Bachelorarbeit und Masterarbeit: wesentliche Bestandteile und hilfreiche Tools

Bachelorarbeit und Masterarbeit: wesentliche Bestandteile und hilfreiche Tools

Wissenschaftliche Arbeiten sind grundsätzlich umfangreiche Texte. Daher ist für die Lesbarkeit eine logische sowie nachvollziehbare Gliederung essenziell. Neben grundsätzlichen Formvorgaben, die eine wissenschaftliche Arbeit aufweisen sollte, sind die Regelungen der jeweiligen Fachbereiche der Hochschulen zu berücksichtigen.

Die allgemeine Unterteilung von Bachelorarbeiten und Masterarbeiten besteht aus den Teilen Vortexte, Verzeichnisse sowie Haupttexte und Nachtexte.

Dieser Beitrag stellt zunächst einen Überblick über die wesentlichen Bestandteile sowie deren Gliederung. Anschließend werden Hinweise gegeben, wie für die Einhaltung der formalen Vorgaben die Formatvorlagen in der Microsoft-Office-Anwendung Word genutzt werden können.

Vortexte und Verzeichnisse: beispielhafte Anordnungen in Bachelorarbeiten und Masterarbeiten

Wie der Name vermuten lässt, stehen die Vortexte vor dem Haupttext. Sie werden häufig bei Dissertation verwendet und sind bei Masterarbeiten und Bachelorarbeiten hingegen eher selten. Der Vollständigkeit halber sollen Sie trotzdem nicht unerwähnt bleiben.

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Verzeichnisse sind ebenfalls vor dem Haupttext aufzulisten. Es handelt sich dabei vor allem um das Inhaltsverzeichnis. Zu den Verzeichnissen zählen ebenso Abbildungsverzeichnisse und Tabellenverzeichnisse sowie gegebenenfalls ein Abkürzungsverzeichnis.

Beispiel für Vorgaben an Hochschulen:

  • Deckblatt (Name des Verfassers, Hochschule, Studiengang, Betreuer und Thema)
  • Abstract (optional, Zusammenfassung zentraler Punkte)
  • Vorwort (Grund der Themenwahl, Erfahrungen während der Arbeit)
  • Danksagung (optional)
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis und Tabellenverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis

oder:

  • Titelblatt
  • Eidesstattliche Erklärung
  • Widmung
  • Abstract
  • Inhaltsverzeichnis und andere Verzeichnisse

Wichtig: Die formalen Vorgaben können an den Hochschulen und Fachbereichen variieren. Daher sollten Studierende den Leitfaden ihrer Hochschule beachten und im Zweifel die Regelungen mit ihren Dozenten besprechen.

Der Haupttext

Im Haupttext einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit wird die Forschungsfrage beantwortet. Gemäß den Grundsätzen eines logischen Aufbaus gliedert er sich in Einleitung, Hauptteil und dem Fazit der wissenschaftlichen Arbeit.

Die Einleitung ist die Navigation durch die Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Der Leser erhält zunächst einen Überblick über die Bereiche, die in der Arbeit behandelt werden. Er wird an das Thema herangeführt.

Im Hauptteil wird die vorab dargestellte Forschungsfrage in der gebotenen Tiefe beantwortet. Um dies für den interessierten Leser nachvollziehbar zu präsentieren, ist eine gebräuchliche Gliederung:

  • aktueller Stand der Forschung
  • Hypothesenbildung
  • Angewendete Daten und Methoden
  • Ergebnisse

Je nach Thema und Art der gewählten Methoden sind weitere Möglichkeiten der Gliederung vorstellbar. Dazu zählen etwa chronologische, deduktive, induktive oder systematische Anordnungen. Das dargestellte Beispiel wird vor allem bei empirischen Arbeiten verwendet.

Die Inhalte des Fazits (Schlussteil) sind die Darstellung der gewonnenen Ergebnisse. Wichtig ist, dabei immer den Bezug zur formulierten Zielsetzung herzustellen.

Beachte: Die Gliederung der Bachelorarbeit oder Masterarbeit muss nicht der Reihenfolge entsprechen, in der diese erstellt wird. Vielfach wird empfohlen, mit dem Schreiben des Haupttextes zu beginnen, anschließend der Schlussteil und zum Abschluss die Einleitung.

Erfahrungsgemäß ist es vorteilhaft, vor Beginn des Schreibens eine grobe Gliederung der Inhalte vorzunehmen. Der gesamte Schreibprozess ist so optimal strukturiert und es fällt leichter, den roten Faden in der Arbeit einzuhalten.

Die Nachtexte

Quellenverzeichnisse sowie der Anhang werden als Nachtexte bezeichnet. Vielfach wird von Hochschulen vorgegeben, die eidesstattliche Erklärung nach dem Haupttext einzufügen.

Beachte: Welche Bestandteile einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit als Nachtext nach dem Haupttext zu stellen sind, wird an den Hochschulen unterschiedlich geregelt. Studierende sollten sich daher unbedingt nach den Vorgaben in ihrem Fachbereich erkundigen.

Die formalen Vorgaben bei Bachelorarbeiten und Masterarbeiten

Wissenschaftliche Arbeiten zeichnen sich durch eine spezifische Struktur aus, die sich aus einer Reihe formaler Vorgaben ergibt. Daneben dient ein spezielles Layout dazu, die Bachelorarbeit oder Masterarbeit übersichtlich zu gestalten.

Die Formvorgaben betreffen alle Bestandteile der Arbeit. Dazu gehören die Gestaltung des Deckblatts, die direkten und indirekten Zitate, das Quellenverzeichnis und Literaturverzeichnis sowie der generelle strukturelle Aufbau. Daneben kennzeichnet eine wissenschaftliche Arbeit rein äußerlich eine Reihe von festgelegten Formatierungen.

Bei umfangreichen Texten soll der Leser sofort die logische Aufteilung in Kapitel und Unterkapitel erkennen. Dazu gehören die passenden Überschriften. Bei der Darstellung jeder Überschrift oder Unterüberschrift ist darauf zu achten, dass der Leser sofort die Gliederungsebene des Kapitels erkennt. Diese Kennzeichnung wird durch Schriftart und Schriftgröße erreicht. Zusätzlich dienen Klassifizierungsnummern der Übersichtlichkeit.

Die formalen Vorgaben bei Bachelorarbeiten und Masterarbeiten

Beispiel:

 1.  Das ist die erste Überschrift
 1.1
 Das ist die zweite Überschrift
 1.1.1  Das ist die dritte Überschrift
 1.1.1.1  Das ist die vierte Überschrift

Beachte: Die Gestaltung der Bachelorarbeit oder Masterarbeit und damit der erste Eindruck, fließt in die Benotung der Arbeit ein. Daher sollten alle Studierenden sich rechtzeitig mit den Regelungen und Gewohnheiten ihres Fachbereichs auseinandersetzen und diese beherrschen. Es sollte etwa bekannt sein, welche Teile der Arbeit mit Klassifizierungsnummern zu versehen sind und auf welchen Seiten Seitennummern erwartet werden.

Verwendung von Formatvorlagen

Alle gängigen Textverarbeitungsprogramme beinhalten die Möglichkeit von Formatvorlagen. Bei der Erstellung von umfangreichen Texten, wie wissenschaftliche Arbeiten, ist deren Verwendung empfehlenswert. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Die Gestaltung wird vereinfacht.
  • Eine absolute Gleichheit der eingesetzten Formate ist sichergestellt.
  • Gewünschte Veränderungen eines Formats wirken sich automatisch an allen eingesetzten Stellen aus.
  • Verzeichnisse aktualisieren sich automatisch.

Erstellung von Formatvorlagen in Microsoft Word

Es ist sinnvoll, vor Beginn des Schreibprozesses benötigte Formatvorlagen bereits in einer Datei anzulegen. Wird diese Datei dann für das Schreiben der Arbeit verwendet, können die Formatvorlagen mühelos an geeigneter Stelle verwendet werden und der Schreibprozess wird nicht behindert.

Ein Beispiel zeigt die Anlage von Formatvorlagen anhand eines Beispiels.

Für nachfolgende Bausteine sollen Formatvorlagen angelegt werden:

Erstellung von Formatvorlagen in Microsoft Word

Überschrift 1
Überschrift 2
Überschrift 3
Fließtext: Dies ist die Formatvorlage für den Fließtext.
Aufzählungen
Text mit Einrückung

Die Anlage einer Formatvorlage in Word wird nachstehend beispielhaft an der Überschrift 2 dargestellt. Das erste Unterkapitel soll in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit mit einer Überschrift beginnen, die grundsätzlich in der Schriftart Calibri in einer Schriftgröße 14 sowie in fett dargestellt wird. Dazu werden diese Merkmale zunächst mit einem Muster vergeben:

Die Formatvorlage für die Überschrift 2

Um dieses Format mühelos bei Bedarf immer wieder aufrufen zu können, wird der Bereich Formatvorlagen in Word aufgerufen:

Die Formatvorlage für die Überschrift 2

In der rechten Hälfte des Menübands ist der Bereich Formatierungen zu finden. Mit einem Klick in die rechte untere Ecke erscheinen die Formatierungen übersichtlich am rechten Rand des Dokuments. Dadurch wird die Arbeit mit Formatvorlagen wesentlich erleichtert.

Im nächsten Schritt wird der Mustertext markiert. In dem Beispiel handelt es sich um die Überschrift in der zweiten Ebene. Diese Art Formatvorlage ist rechts unter den Formatvorlagen zu finden. Mit einem Klick rechts neben der betreffenden Formatvorlage kann die gewählte Formatierung festgelegt werden:

Mit einem Klick rechts neben der betreffenden Formatvorlage kann die gewählte Formatierung festgelegt werden

Auf diese Weise können die weiteren Formate ebenfalls angelegt werden. Ein weiterer Vorteil bei Verwendung von Formatvorlage: Sollte im Nachgang eine Veränderung der Formatierung notwendig werden, ist die Änderung an einer beliebigen Stelle ausreichend. Bei der oben beschriebenen Vorgehensweise ändert sich die Formatierung automatisch an allen Stellen, an denen sie verwendet wurde.

Verzeichnisse automatisch anlegen und aktualisieren

Inhaltsverzeichnisse oder andere Verzeichnisse manuell zu erstellen, ist sehr aufwendig. Darüber hinaus entstehen oft Fehler und bei erforderlichen Veränderungen ist es schwierig, den Überblick zu behalten. So wie die Anlage von Formatvorlagen den Schreibprozess enorm erleichtert, sollten ebenso die Möglichkeiten der automatisch erstellbaren und aktualisierbaren Verzeichnisse genutzt werden.

Werden die Formatvorlagen konsequent in der Arbeit angewendet, kann in Word mit einem Klick das passende Inhaltsverzeichnis erstellt werden. Ähnlich wie bei den Formatvorlagen wirken sich Änderungen automatisch auf das erstellte Inhaltsverzeichnis aus und eine aufwendige Überarbeitung entfällt.

In Word wird für die Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses im Bereich Referenzen dazu der Button Inhaltsverzeichnis angeklickt:

In Word wird für die Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses im Bereich Referenzen dazu der Button Inhaltsverzeichnis angeklickt

Für das in diesem Beitrag aufgeführte Beispiel sieht das automatisch erstellte Inhaltsverzeichnis so aus:

Für das in diesem Beitrag aufgeführte Beispiel sieht das automatisch erstellte Inhaltsverzeichnis so aus

 Inhaltsverzeichnis
 1.  Das ist die erste Überschrift 3
 1.1
 Das ist die zweite Überschrift 3
 1.1.1  Das ist die dritte Überschrift 3
 1.1.1.1  Das ist die vierte Überschrift 3

Wie zu erkennen ist, werden die Seitenzahlen, auf denen die Kapitel zu finden sind, automatisch erkannt und aufgeführt.

Abbildungsverzeichnisse automatisch erstellen

Die Visualisierung in Bachelorarbeiten und Masterarbeiten nimmt inzwischen einen größeren Raum ein, um Sachverhalte prägnant darzustellen. In wissenschaftlichen Arbeiten müssen Abbildungen und Tabellen in Verzeichnissen aufgelistet werden. Diese Arbeit kann in Word ebenso weitestgehend automatisiert werden.

Um eine Beschriftung für eine Abbildung einzufügen, wird durch einen Rechtsklick auf das Bild die Funktion „Beschriftung einfügen“ ausgewählt:

Abbildungsverzeichnisse automatisch erstellen

Daraufhin öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem die Beschriftung eingegeben werden kann.

Daraufhin öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem die Beschriftung eingegeben werden kann

Die Beschriftung sieht dann so aus:

Die Beschriftung sieht dann so aus

Abbildungsverzeichnis einfügen

Mit Word kann an jeder beliebigen Stelle in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit ein Abbildungsverzeichnis automatisch eingefügt werden.

Dazu wird im Reiter „Referenzen“ die Funktion „Abbildungsverzeichnis einfügen“ angeklickt:

Abbildungsverzeichnis einfügen

Bei Bedarf kann das Abbildungsverzeichnis angepasst werden und kann dann beispielsweise so aussehen:

Bei Bedarf kann das Abbildungsverzeichnis angepasst werden und kann dann beispielsweise so aussehen

Beachte: Um die automatische Erstellung von Verzeichnissen sinnvoll und fehlerfrei nutzen zu können, muss konsequent in der gesamten Arbeit mit Formatvorlagen gearbeitet werden.

Author

Hans Müller

Autor, Doctor
Hans Müller leitet als Online-Marketing Experte den UG GWC Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite.

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