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"Die Evangelisierung von Amerika"

  • Fachrichtung:Geschichte
  • Studienfach:Religion
  • Thema:
    Die Evangelisierung von Amerika
  • Art der Arbeit:Essay
  • Seitenzahl:3,5
  • Einzigartigkeit:94.1%
Seminararbeit
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Einzigartigkeit
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  1. Filipp der III. und die Vertreibung der Morisken aus Spanien

 

Hintergrund. Die Vertreibung der Mauren aus der spanischen Monarchie wurde von König Filipp dem III. initiiert und in mehreren Etappen zwischen 1609 und 1613 vorgenommen. Die ersten vertriebenen Morisken waren Morisken aus Valencia (das Edikt wurde am 22. September 1609 veröffentlicht), dann Morisken aus Andalusien (am 10. Januar 1610), Extremadura und Kastilien (am 10. Juli 1610), aus Kastilien und Aragon (am 29 Mai 1610). Die letzten Vertriebenen waren die Morisken aus Murcia, zuerst aus Granada (am 8. Oktober 1610) und später aus dem Ricote-Tal und der Rest der alten Morisken (Oktober 1613). Nach der Veröffentlichung der Edikte von der Vertreibung fand am 25. März 1611 in Madrid eine Danksagungsprozession statt.  „Die Umstehenden waren weißgekleidet, sehr galant“, wie ein Chronist schreibt.1

Rund 300.000 Menschen wurden vertrieben, die meisten von ihnen stammten aus Valencia und Aragon – Länder, die am meisten betroffen waren und jeweils ein Drittel und ein Sechstel ihrer Bevölkerung verloren hatten.

Die maurische Bevölkerung bestand aus etwa 325.000 Menschen in einem Land von etwa 8,5 Millionen Einwohnern. Sie konzentrierten sich in den Gebieten von Aragonien (20 % der Bevölkerung) und Valencia (33 % der Gesamtbevölkerung), in Kastilien waren sie mehr zerstreut und betrugen in einigen Fällen etwa fünfzig Prozent der Bevölkerung.

Ursachen. Antonio Domínguez Ortiz und Bernard Vincent nennen das Problem der Vertreibung der Mauren “kompliziert wegen der Vielfalt der Faktoren und weil trotz der reichhaltigen Erstdokumentation die Gründe, die letztlich die Krone zur drastischeren Lösung neigten, nicht klar sind und vielleicht nie klar werden“.2

 

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1 Domínguez Ortiz, Antonio/Vincent, Bernard (1993) [1979]: Historia de los moriscos. Vida y tragedia de una minoría. Madrid: Alianza Editorial. ISBN 84-206-2415-2, S. 198.

2 Domínguez Ortiz, Antonio/Vincent, Bernard (1993) [1979]: Historia de los moriscos. Vida y tragedia de una minoría. Madrid: Alianza Editorial. ISBN 84-206-2415-2, S. 159.

 

 

Verdächtigungen und Spannungen zwischen Morisken, die als neue Christen bezeichnet wurden, und den anderen Christen, die alte Christen3 genannt wurden, waren in einigen Teilen Spaniens stark und in anderen fehlten sie fast. Während einige Morisken Einfluss und Macht und sogar Positionen im Klerus hatten, waren andere, besonders in Valencia und Aragon, eine Quelle der der billigen Arbeitskraft für den lokalen Adel. Wo sektiererische Konflikte bestanden, verdächtigten Gemeinschaften der alten Christen die Morisken, dass sie tatsächlich keine Christen seien. Die Mauren, die Muslime blieben, wurden als Mudéjar bekannt.4 Viele dieser Morisken waren dagegen in ihrem neuen christlichen Glauben gottesfürchtig und in Granada wurden viele Morisken sogar christliche Märtyrer, da sie von Muslimen getötet wurden, weil sie sich weigerten, auf das Christentum zu verzichten.5 So war der Konflikt zwischen den alten und neuen Christen ethnisch inspiriert.6

Mehrere Aufstände brachen aus, der bemerkenswerteste war der Aufstand (1568–1573) gegen ein Edikt von Filipp den II. vom Verbot der arabischen Sprache, arabischer Namen und verlangte von den Morisken, ihre Kinder zur Erziehung den Priestern zu überlassen. Nach der Bezwingung des Aufstandes befahl Filipp den Morisken, von Granada in andere Gebiete umzusiedeln. Auf diese Art und Wese erwartete Filipp die Lösung der Moriskengemeinschaft und ihre Assimilation in der christlichen Bevölkerung. Das passierte vielleicht mit den Morisken in Granada, aber nicht in Valencia oder Aragon, wo der Islam noch weit verbreitet war und die ethnischen Spannungen viel höher waren als im übrigen Spanien.7

 

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3 vgl. Aronson-Friedman, Amy I./Kaplan, Gregory B. (2 March 2012): Marginal Voices: Studies in Converso Literature of Medieval and Golden Age Spain. Brill Publishers. ISBN 9789004214408, S. 51.

4 vgl. Coles, Kimberly Anne (27 January 2015): The Cultural Politics of Blood, 1500-1900.Palgrave Macmillan. ISBN 9781137338211, S. 6.

5 vgl. Carr, Matthew (2009). The Purging of Muslim Spain. The New Press. ISBN 9781595583611, P. 213.

6 vgl. Bethencourt, Francisco (19 January 2014): Racisms: From the Crusades to the Twentieth Century. Princeton University Press. ISBN 9781400848416, S. 145.

7 vgl. Lynch, John (1969): Spain under the Habsburgs. (vol. 2). Oxford, England: Alden Mowbray Ltd. S. 44.

 

 

6.1 Der Aufstand in den Alpujarras als Prämisse zur Vertreibung

 

Nach der Veröffentlichung von Pragmatica im Jahre 1567 entschloss sich eine Gruppe von Morisken zu einem Aufstand. Sie organisierten die Lieferung und wählten einen Führer – Hernando de Córdoba y Valór, ein Nachkomme der Kalifen von Cordoba. Ende 1568 wurde er im Dorf Béznar zum König ernannt und bekam einen maurischen Namen – Abén Humeya. Zahlreiche Dörfer von Morisken in den Alpujarras schlugen sich sofort in die Lager von Aufständischen. Der Grossvizier von  Humeya und seine rechte Hand – Faray Aben Faray – verfolgten den Zweck, Morisken von Granada zum Aufstand zu bewegen, aber vergebens.

Ab Januar 1569 vermischten sich katholische Kräfte; beide Seiten verkauften ihre Gefangenen als Sklaven. Die katholischen Kräfte bestanden zu einem großen Teil von Freiwilligen, die sich bereichern wollten. Die Aufständischen peitschten den Klerus häufig zu Tode und verkauften gefangene Christen im Austausch gegen Rüstung nach Afrika. Die spanische Seite verkaufte auch gefangene Aufständische in die Sklaverei. Und das führte unentbehrlich unter dem maurischen Teil der Bevölkerung zur Empörung und zu theologischen und juristischen Diskussionen; schließlich wurden die Morisken getauft, so durften die Christen  nicht die Christen als Sklaven halten. Aber die Bestimmungen von Pragmatica bedeuteten auch, dass die Morisken nur dann als wahre Christen betrachtet werden konnten, wenn sie christliche Bräuche einhalten und auf ihre traditionelle Kleidung verzichten. Das war ein wichtiger Schritt zur Homogenisierung des christlichem Spaniens.8 Die Zahl der Aufständischen steigerte sich rasch; schätzungsweise von 4.000 (1569) bis 25.000 (1570), einschließlich vieler Berber und Türken, die aus Afrika gekommen waren, um am Krieg teilzunehmen.9

 

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8 Birr, Christiane: Rebellische Väter, versklavte Kinder: Der Aufstand der Morisken von Granada (1568–1570) in der juristisch-theologischen Diskussion der Schule von Salamanca. In: Angela De Benedictis, Karl Härter (Hrsg.): Revolten und politische Verbrechen zwischen dem 12. und 19. Jahrhundert. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-465-04198-6, S. 281–317.

9 Baroja, Julio Caro: Los Moriscos de Reino de Granada. 5. Auflage. Ed. ISTMO, Madrid 2000, ISBN 84-7090-076-5.

 

 

Die katholische Seite wurde aktiver; wegen der Schwierigkeiten in anderen Teilen des Reiches – die Osmanen hatten die Balearen im Jahre 1558 erobert, offene Aufstände gegen die spanische Krone in den Niederlanden brachen im Jahre 1568 aus – wollte Filipp der II. die Situation möglichst schnell klären; dementsprechend erklärte er 1569 “una guerra a fuego y a sangre”. Das bedeutete, dass die beteiligten Soldaten alles Gewünschte nehmen durften – Besitztümer, Rindvieh, Sklaven.

Mittlerweile wurde Aben Humeya ermordet. Sein Mörder – Aben Aboo – nahm seinen Platz als König der Aufständischen ein. Im Jahre 1571 war die Situation für die Aufständischen verzweifelt; Aboo begann Verhandlungen und war bereit, die Waffen hinzulegen, wenn die Aufständischen unberührt weggehen würden. Die katholische Seite war bereit, sich zu einigen; doch sagt die Legende, dass Aboo Nachrichten über die Ankunft der mächtigen Verstärkungen aus Afrika bekam und  beschloss, weiter zu kämpfen. Aber die Verstärkung kam nicht. Der Aufstand wurde schließlich 1571 niedergeschlagen; Aboo wurde von einem seiner eigenen Anhänger ermordet. 10

 

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10 Lea, Henry Charles: The Moriscos of Spain. 1901, Neuauflage: Goodword Books, New Delhi 2001.

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