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"Die Figuren im Werk „Der Sturm“ aus postkolonialer Sicht"

  • Fachrichtung:Literatur 
  • Studienfach:Postkoloniale Literatur
  • Thema:
    Die Figuren im Werk „Der Sturm“ aus postkolonialer Sicht
  • Art der Arbeit:Vortrag
  • Seitenzahl:8
  • Einzigartigkeit:100%
Seminararbeit
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Die Figuren im Werk „Der Sturm“  aus postkolonialer Sicht

 

„Der Sturm“ ist das letzte  Werk von Shakespeares.  Es war immer sehr populär und wird besonders dadurch interessant, dass die Handlung nicht auf einen konkreten Konflikt zurückgeführt werden kann und es viele Möglichkeiten für unterschiedliche Interpretationen gibt.  Das Werk gründet sich auf Gedanken philosophischer Inhalte, weswegen das Drama  ein Prototyp der postkolonialen Literatur ist, welches aus vielen Blickpunkten analysiert werden kann. Bereits in der  Renaissance war der Anspruch auf Philosophie  groß, die Bürger haben  sich mit diesen Themen beschäftigt.

Die Gruppe Trinculo-Caliban-Stephano repräsentiert die primitiven gesellschaftlichen Gruppen. Die aristokratische Gruppe  (Sebastian, Ferdinand, Alanso,  Gonzalo, Antonio und Miranda) ist die Repräsentation der Regung, aber sie sind „erziehbar“. Vielleicht weist der Titel „Der Sturm“ zum Teil auch darauf hin, wie sich diese Charaktere verändern. Wichtig sind die inneren, seelischen  Änderungen der Figuren. Dies ist dadurch ersichtlich, dass der einzige aktive Akteur Prospero ist, aber von seinen Monologen lernen wir auch andere Figuren kennen. Die Kritiker heben vor allem die kolonialen Verhältnisse in der Beziehung  von Prospero und Cali hervor.  Sycorax, die keine aktive Figur im Werk ist, wird oft  als Gegenpol zu Prospero verstanden oder sie verkörpert das stumme postkoloniale weibliche Subjekt. Ich möchte Sycorax aus einer anderen Sicht vorstellen. Die postkoloniale Literatur bietet viele Beispiele dafür, dass die Schriftsteller/innen, die in den ehemaligen  kolonisierten  Gebieten  leben, weiterdenken bzw. die großen Narrativen der Literatur überschreiben: In diesen Werken sind die postmodernen und postkolonialen Merkmale gleichzeitig gegenwärtig. Die großen Narrativen schreiben sie so um, dass sie den Nebencharakter der früheren Werke in das Mittelfeld stellen und somit weibliche Aspekte einbezogen werden.

 

Beispiel: a

Paula Vogel: Desdemona: A Play About a.  In diesem Werk ist Prospero, der weiße Kolonialist, der alles nur über seine eigene Kultur  sieht, der Vertreter der moralischen Verschlechterung.   Caliban, der schwarze Sklave,  Ariel ist eine halbblütige Urbewohnerin auf den karibischen Inseln, die Prospero dient.   Cali ist der rebellische Charakter, der Ariel verurteilt, weil sie die Kolonialisten bedient. George Lamming rekonstruiert  auch  die unterdrückten Subjekte mit der Überschreibung von Shakespeares Drama   in seiner Sammlung Pleasures of Exile.

Wichtig ist, zu erwähnen, dass diese Überschreibung nicht die weiblichen Subjekte wie Sycorax und Prosperos Ehefrau betraf. Diese zwei weiblichen Figuren repräsentieren „den Mangel“. Über sie haben wir keine unmittelbaren Informationen. Prospero schafft eine Welt, worin die Ehefrau und die Mutter fehlen. Der Mangel der Mutter wird mit den Phantasie-Kreaturen bzw. mit den Geistern der Insel erfüllt (vgl. Orgel, 1984).

Die Insel bietet für Prospero  und Miranda ein neues Leben. Nachdem Prospero von seinem jüngeren Bruder verbannt wurde, baute er ein neues Imperium auf der  Insel auf. Prospero aber wurde von der Tat seines Bruders wieder eingeholt, denn die Insel war nicht unbewohnt. Der Sohn von Sycorax  wohnt auch in Cali, der ebenfalls verbannt wurde. Cali bezieht sich auf seine Mutter, als er Cali damit klagt, dass  er die Insel von ihm besessen hat.   Orgel erwähnt, dass  Calin sich nun darauf beziehen könnte, dass er „früher dort gewesen ist“ (vgl. Orgel, 1984).

Hinter der negativen Repräsentation  von  Sycorax  stehen neben den Vorurteilen gegen Frauen

andere  literaturgeschichtlichen Gründe im Hintergrund. Sycorax  ist eine Hexe in der Geschichte und auf diese Weise steht sie außerhalb  der Gesellschaft.  Die Hexen hielten in der Geschichte  Kontakt mit der Natur (vgl. Purkiss, 1996). Ab und zu kommt es auch vor, dass sie mit der Gesellschaft in Kontakt stehen, aber niemals zu Nahe. Meist leben sie geistig weit von der Gesellschaft entfernt oder sie sind auch geographisch von anderen Menschen wie Sycorax weit weg. Solch eine Repräsentation der Hexen  ist die Stellung dieser Figuren außer der Handlung.  Im zwanzigsten Jahrhundert gab es dennoch überarbeitete  Versionen von „Der Sturm“,  in denen  Sycorax kurz sichtbar war. Beispielsweise bringt in  der  Aufführung von Peter Brook im Jahr 1968 Sycorax  Caliban mit einem Schrei zur Welt.

In der Annährung vom Charakter von Sycorax  können uns viele Texte über klassische Hexen helfen. Laut Diane Purkiss waren  in der Formulierung von Sycorax drei klassische Hexen aus der klassischen Mythologie  von Bedeutung: Médea, Kirké und  Didó.  Die Parallele mit diesen mythologischen Hexen  unterstützt ihre geographische Identifizierung, denn sowohl Médea als auch Didó lebten in Nordafrika. Purkiss weist darauf hin, dass die Quellen von Shakespeare wahrscheinlich Ovidius und Seneca waren (vgl. Orgel, 1984) Médea ist immer in der Peripherie, aber ihr Barbarismus  kann nicht  mit einem bestimmten Ort verbunden werden, sondern sie benutzt ihre mütterlichen  Triebe  für ihre Rachegelüste. Ihre Zauberkraft wird ihrer ethnischen Andersartigkeiten zuerkannt. In anderen Textorten führt sie die Natur und versteht die Sprache der Tiere. Diese letzte Eigenschaft kann auch mit Prospero in Zusammenhang stehen, so  kann Prospero-Sycorax auch parallel ausgewiesen sein. Im Odössea lebt Kirké auf einer Insel und sie empfängt dort Odysseus sowie ihre Gefährten.  Hier steht auch eine geschichtliche Parallele mit dem griechischen Prä-Text. Sowohl Kirké als auch Sycorax

versteht von der dunkleren Magie. Die Paralelle Sycorax-Dido gründet sich nach Purkis auf die nordafrikanische  Abstammung  der Königin Dido (vgl. Purkiss, 1996)

 

„Der Sturm“  kann auch als Metapher mit dem Treffen der neuen Welt betrachtet werden. Es ist das einzige Drama von Shakespeare, welches sich in Amerika abspielt. Die christlichen Eroberer entdeckten in jener Zeit neue Kontinente, wo das Christentum unbekannt war.  Im  Zeitalter von Shakespeare gab es heftige Diskussion über die englische Reformation und dessen Inhalt.

Vielleicht wollte Shakespeare mit den Zaubereiszenen diese religiösen  Streitigkeiten repräsentieren.  Die Urbewohner und die Urbewohnerinnen wurden als  Heide/innen betrachtet, denn die Kolonialisten hielten ihre Religion für Hexerei.  Auf diese Weise verfließt das Bild der Indianer aus der neuen Welt und der Charakter „die Andere“  aus der hellenischen und römischen Zeit.  Wir können dies auch im Charakter von Sycorax beobachten. Die fremde nicht christliche Urbewohnerin wird als Hexe identifiziert. Ihr Schicksal ist das Schwinden und die Stummschaltung.

In den Umschriften von Shakespears Werk  „Der Sturm“  ist die „fremde Frau“ immer negativer Akteur. Die Umschriften des Werkes  „Der Sturm“ im zwanzigsten  Jahrhundert  lassen die Subjekte von Shakespeare unberührt.  Laut  Barbara Fuchs sind  die Umschreibungen  von „Der Sturm“ ironisch, da  sie die damaligen untergeordneten bzw. übergeordneten Beziehungen akzeptieren, aber nichts daran ändern (vgl. Fuchs, 1997).  ’The Empire Writes Back’ der ersten Generationen der postkolanialen Schriftsteller/innen war vielversprechend, aber ohne die Neuformulierungen der Subjekte bleibt sie nun im Schatten der Narrativen (Fuchs, 1997)

Abene  P. A. weist darauf hin, dass die afrikanischen Frauen als Empfängerinnen der postkolonialen  Literatur zwei Paradigma erleben: ihre Rasse und ihre Geschlechtlichkeit (vgl. Busia, 1989/90). Das Werk „Der Sturm“ hat viele Umschriften, aber Cali und Ariel, die im Zentrum stehen, sind männliche Figuren.  Demgegenüber kann festgestellt werden, dass die weiblichen Charaktere (wie Prosperos Frau und Sycorax) nur bezogen auf die männlichen Figuren existieren. Laut Busia ist die Repräsentation der afrikanischen Frauen ihre Stimmlosigkeit.  Für die männlichen Figuren  bedeutet ihr  Geschlecht und ihre Stimme/Sprache den Schlüssel zur Macht. Sie fehlen aus dem Text nicht unbedingt als Prototyp, aber sie sind unbedingt sprachlos. Beispielweise erzählt in „Der Sturm“ nicht Sycorax  ihre Geschichte, sondern Prospero erzählt  es statt ihr.  Aus der Erzählung von Prospero kommt die Sünde von Sycorax nicht ans Tageslicht, wir erfahren nicht, warum sie aus Algerien verbannt wurde.

Die Schriftstellerin  Suniti Namjoshi  mit indianischer Abstammung probierte in zwei Werken, die Subjekte zu umschreiben. Im Jahr 1989 stellte sie ihre Identität als „indianische lesbische Feministin“ in ihrem Gedichtband  „Because of India“  fest   (vgl. Namjoshi, 1997). Laut Namjoshi ist unsere Selbstidentität nicht nur die Feststellung von uns selbst, sondern sie liegt auch daran, dass die Außenwelt uns eine Identität bietet, deswegen ist sie alters- und ortsabhängig. Heutzutage sind die Hauptkomponenten unserer Identität die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung, die Nationalität und die Religion. Ihre Bandsammlung „Because of India“ besteht aus ihrer zwanzigjährigen Arbeiterschaft.  In ihren ersten Gedichten schreibt sie über die Unvereinbarkeit und darüber, was sie als Kind der Mittelschicht in einer heteronormativ hinduschen Familie gefühlt hat.  Ihre Werke sind intertextuell und subversiv, weil sie in Englisch schreibt.  Die männlich zentralisierte Sprache der Kolonialisten hat sie aus feministischen  Aspekten  neugestaltet bzw. bloßgestellt (vgl. Osborn, 2012).   Als subjektive Autorin stellt sie den Dialog: Autor-Text-Leser in den Vordergrund. Ihre Dichtungsgattung ist  gemischt und  sie stellt sich sowohl gegen die linearisch  bzw. patrialisch Narrativen als auch  die ’comming out’ lesbischen Erzählungen aus dem Westen. Namjoshi übertritt die ethnischen bzw. kulturellen Grenzen und sie vereint in ihren Werken die Merkmale der westlichen bzw. östlichen Literatur. Sie schreibt in zwei Überschriften des Werkes „Der Sturm“ die weiblichen Subjekte von Shakespeare um.  Sie überschreibt in ihrem Werk Female Cali den Charakter von Cali und schreibt die Beziehung von Cali und Miranda als eine lesbische Liebesbeziehung um. In ihrem  Vorwort:

Letter to the Reader fügte sie eine kurze Erläuterung zum Werk hinzu: Die Hexe mit blauen Augen ist schon gestorben, als Prospero und Miranda auf die Insel ankommen.  Sycorax  ist alt, aber sie lebt noch. Ihr Charakter repräsentiert nicht mehr den Mangel  oder die Verstummung, sondern sie ist immer trotzig und leidenschaftlich, aber ihr Leben neiget sich schon zum Ende.   In dem anderen Gedicht: Sycorax: New Poems and Fables  wird Namjoshi ganz aus einer anderen Sicht vorgeführt. Sycorax scheint die erste Kolonialistin zu sein.   Es  wird auch von Barbara Fuchs unterstützt, die meint, dass Sycorax in den Augen der Zeitgenossen von Shakespeare die Expansion des Islams symbolisierte (vgl. Fuchs, Conquering Islands: Contextualizing The Tempest, 1997).

In dem Text von Namjoshi  ist sie auch als Kolonialistin verstehbar, aber  nicht in traditioneller  Bedeutung.  Sycorax erobert eine Insel in der Weltliteratur dadurch, dass sie eine eigene Stimme erhält und sie selbst ihre Lebensgeschichte in erster Person Singular erzählen kann:

 

„Old women do not die easily, nor

are their deaths timely. They make a habit

of outliving men, so that, as I am still here,

I am able to say clearly that when Prospero

said he took over an uninhabited island

safe for Caliban and the enslaved

Ariel, he lied.“  (Namjoshi, Sycorax: New Fables and Poems, 2006)

 

Dieser Teil des Prologs ist die Überschreibung des großen Narrativ  von Shakespeare, weil Sycorax sagt, dass die alten Frauen diese Welt nicht leicht verlassen und ihre Männer überleben bzw. die Insel zu ihr gehören.  Sycoraxs  Wörter sind authentisch gegen Prosperpo, nämlich Shakespears´  Prospero redet über Sycorax, als ob er sie niemals gesehen hätte. Im Gegensatz zu Shakespare  veröffentlicht Namjoshi Sycorax ihren persönlichen Narrativ. Sycorax als Hexe mit blauen Augen betritt dadurch die Literatur, dass sie ihre eigene Lebensgeschichte erzählt.

 

„One day my mind malfunctioned.

It made copy after copy

of me as I am,

So i kicked my mind.

It than produced copies

distanced in time.

It said to me, ’You may speak

to the good witch Syco

at the age of five” (Namjoshi, Sycorax: New Fables and Poems, 2006)

 

Die Intertextualität des Textes gründet sich darauf, dass die Dichterin außer Shakespeare auch auf andere Dichter/innen hinweist.  Der Hinweis auf Plath steht im engen Zusammenhang mit dem Charakter von  Sycorax. Auf die amerikanische Schriftstellerin weist ihr blaues Auge bzw. ihre blonden Harre hin, da Namjoshi sie in ihrer Gedichten so darstellt. Plath gilt als Idol der weiblichen Literatur  und sie ist wie „Mutter der Literatur“ im Werk anwesend.

 

“It’s not much fun meeting copies of earlier selves. One knows what they know. And their stunned disbelief when they look at one is not always flattering. But the other day, that erratic computer, my meandering mind, produced a copy of my mother: Syco The Dam, also blonde, alo blue-eyed, but twenty years older, and also engaged in taking leave of her senses. I asked her – something… Perhaps I asked … But it’s no use. Her hearing was the first to go. She hears voices, of course. Always has done.” (Namjoshi, Prologue, 2007)

 

Das Gehirn von Sycorax  ist ein Computer, der eine Kopie über ihre Mutter macht, die auch blaue Augen und blonde Harre  hatte. In diesem Textteil geht Sycorax mit den anderen Sycorax- Charakteren der Weltliteratur ins Gespräch, aber wird auch auf einen anderen Sycorax-Zyklus hingewiesen. Auf Kamau Brathwai schreibt (Peck, 2009), dass sie einmal in die Hände einer Hexte geraten ist, und sie ihre Geschichte für sie diktiert hat. Die Hinweise auf Sylvia Plath schöpfen sich nicht in der Erscheinung. Wir finden Plaths Vers als Gestext im Poem: Physicalities “I am the old woman, who lived in a shoe[who had so many children she din’t know

what to do because they were all starving to death.”  (Namjoshi, Sycorax: New Fables and

Poems, 2006)

Die  Wortverbindung „lived in a shoe”  weist auf Plaths ersten drei Zeilen vom  Poem

Daddy hin:

“You do not do, you do not do

Any more, black shoe

InwhichI have lived like a foot”,

(//www.poetryfoundation.org/poems/48999/daddy-56d22aafa45b2)

 

In diesem Punkt interpretieren sich nicht nur das Werk „Der Sturm“ von Shakespeare und die anderen Sycoraxs Texte, sondern  Plaths und Sycorex Texte kreuzen sich auch. Die Subjekte von Plath und Namjoshi sind Frauen, die von der Gesellschaft verstummt sind. Im Fall von Plath hat der Vater die Frau verstummt, im Fall von Namjoshi wird Sycorax von Namjoshi verstummt. Neben der Intertextualität benutzt Suniti Namjosh auch Paradoxe, weil sie im Poem von Physicalities so fortsetzt:

 

I am Old Mother Hubbard, who live lived in a cupboard, who couldn’t give her dog a

bone, because she needed it for soup and had gnaved on it herself. (Namjoshi, Sycorax: New

Fables and Poems, 2006)

 

In dem intertextuellen Text treten auch die Wörter “fantasize, dream, inscribe”  auf, was auch die Kreativität der Schriftstellerin ausdrückt und auf die Selbstreflexion von altem Sycorax hinweisen.   Es wird auch dadurch unterstützt,  dass  sie im Poem von The Old Woman’s Secrets  eine  Verszeile von Dylon Thomas „Do Not Go Gently into that Good Night.“ nachahmt:  „I am not going quietly into that good night, am I?“ (Namjoshi, Sycorax: New Fables and Poems, 2006)

Die lyrische Selbstanrede ändert sich auf eine Aussage, aber sie verunsichert sich gleich nach  der  Aussage mit der Frage (am I).

In dieser Arbeit wollte ich die weiblichen Figuren des Werkes „Der Sturm“, vor allem Sycorax, in einer neuen Ansicht aufzeigen.  Sycorax  galt lange Zeit als eine  antagonistische Figur,  als die Inverse von Prospero.  In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts nach der Zerstörung  des Kolonialreiches erlebte dieses Werk von Shakespeare ihre Renaissance. Viele Umschriften wurden sowohl als Drama als auch Epik gemacht und die behandelten Ereignisse aus der Sicht der Kolonialisten, aber die gesellschaftlichen Verhältnisse bzw. die ursprünglichen Geschlechtsrollen sind am meist unberührt geblieben. Es gibt allerdings auch die revolutionären Erneuerungen wie   Interpretationen von Michel Clif und  Suniti Namjoshis, die nicht nur für die früher verstummten gesellschaftlichen Gruppen ihre Stimme geben, sondern sie die Geschlechtsverhältnisse auch begreifen.  In der Aufarbeitung von Namjoshi  im Jahr 2006 steht Sycroax  getrost dem Tod gegenüber, da sie wieder aufersteht. Sie wird nicht nur eine simple „Heldin“, sondern als literarische Kolonialistin tritt sie dadurch, dass sie selbst ihre eigene Lebensgesichte erzählt, auf die Bühne der Weltliteratur. Es beweist auch die Intertextualität von  Namjoshi  nach dem angelsächsischen Vorbild.

Über die Charaktere des Dramas kann der Titel „Der Sturm“ als Symbol der schnellen und heftigen gesellschaftlichen sowie politischen Änderungen im Zeitalter von Shakespeare gelten.  Am Ende des Werkes verzichtet Prospero auf seine Macht. Vielleicht nimmt Shakespeare auf diese Weise Abschied von seinem Publikum.  Aus diesem Grund ist es möglich, dass Shakespeare Prospero über sich selbst verfasst hat, weil er der einzige  „Herrscher“ in der Abfassung seiner eigenen Werke war, aber am Ende seines Lebens muss er zur Wirklichkeit zurückkehren.

Im letzten Teil des Lebens von William Shakespeare in seiner inneren Welt gab es einen Putsch.

Der Beweis für diesen Coup ist “The Tempest”, ein Spiel, das die gesamte Arbeit des Dichters krönt.

Für Forscher und Leser seiner Werke ist ein Grundsatz, dass der Große Barde am Ende des Lebens von der Tragödie abbrach.  Die Aufmerksamkeit eines Genies am Abhang seines Lebens wurde durch eine einfachere Form (vielleicht, wie vorgeschlagen, inspiriert durch die Szenarien der Komödie dell’arte) hervorgerufen, eine märchenhafte Handlung, weit entfernt von der harten Realität von Shakespeares früherem Weltbild.

Was ist der Grund für diese Umwandlung?

Die Motive von Shakespeare, sein letztes Stück zu schreiben, waren anscheinend so tief, dass sie höchstwahrscheinlich vom Autor von The Tempest nicht vollständig erkannt wurden.

Diese Motive waren anscheinend mit einigen Umständen verbunden, die ihn in den letzten Jahren von Shakespeares Leben beträchtlich zur sogenannten dritten Stufe der existentiellen Entwicklung der Persönlichkeit führten.

Was ist hier gemeint?

Eine Person, die sich im Verlauf ihrer persönlichen Entwicklung auf ihrem individuellen Lebensweg befindet, hat sicherlich drei Stufen, drei Stufen.  Viele Denker wussten von diesem Muster.  Über sie schrieb Soren Kierkegaard, der die Stadien des Lebens als „ästhetisch“ (Leben zum Vergnügen, Jugendfieber) bezeichnet, „ethisch“ (wenn eine Person kritisch über ihr früheres Streben nach Freuden und Vergnügen nachdenkt) und „religiös“ (wenn es ihr gelingt, dem Realen näher zu kommen  die Erfüllung der Gebote Gottes, dh das “Abbild Gottes”, das das eigentliche Wesen des Menschen ausmacht, zu manifestieren und somit wirklich menschlich zu werden).

Diese Art der Einstufung spiegelt den objektiven Verlauf der inneren Reifung jeder Person wider.  Eine andere Sache ist, dass es nicht jedem gelingt, seine Entwicklung bis zum Ende, in die höchste Phase, zu durchlaufen;  Einige bleiben beim ersten stecken, während andere von internen Zwietracht gequält werden und zwischen hoch und niedrig, fruchtlose Gewissensbisse in der zweiten, “ethischen” Phase werfen.

Übrigens ist das ethische Stadium für diejenigen sehr charakteristisch, die von Natur aus und durch ihre Berufung Künstler sind (im weitesten Sinne des Wortes).  Sie suchen nach einem bestimmten Schönheitsideal, sie leben von einem Modell-Traum, finden jedoch kaum Entsprechungen dieser Schönheit und dieses Traums in der Realität.  Deshalb kann man in den Handlungen und Werken dieser Menschen oft die unglaublichsten Kombinationen, Unterschiede und Extreme sehen.  Deshalb beenden Künstler und Dichter so oft ihr Leben auf tragische Weise, ohne die Harmonie von “himmlisch” und “irdisch” erreicht zu haben.

Generell ist zu beachten, dass die angegebenen Stufen nicht notwendigerweise scharf und definitiv voneinander abgegrenzt sind: Meistens koexistieren sie so, dass einer versucht, den anderen zu drücken, und dieser andere gibt ihm lange Zeit nicht nach.

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