"Grammatikbeschreibungen des Deutschen zu den Zeitformen"

  • Fachrichtung:Sprachwissenschaften 
  • Studienfach:Zeitformen
  • Thema:
    Grammatikbeschreibungen des Deutschen zu den Zeitformen
  • Art der Arbeit:Hausarbeit
  • Seitenzahl:1
  • Einzigartigkeit:99%
Seminararbeit
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Einzigartigkeit
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Jeder Satz in der deutschen Sprache verfügt über mindestens ein Verb, dessen Form immer ein bestimmtes Zeitverhältnis signalisiert. Dieses Zeitverhältnis wird auch als Tempus bezeichnet. Im Deutschen werden folgende Tempora unterschieden: Das Präsens, das Präteritum, das Perfekt, das Plusquamperfekt, das Futur I und das Futur II 1, wobei das Deutsche nur zwei Grundtempora kennt, nämlich das Präsens und das Präteritum. Alle andere Zeitformen sind zusammengesetzt, ihre Bedeutung erklärt sich aus den einzelnen Bestandteilen 2. Laut Helbig/Buscha bezieht sich das Präsens nicht nur auf etwas Aktuelles (Das Kind wartet auf seine Mutter.), sondern auch auf Generelles mit dem sog. atemporalen Präsens 3. Diese letztgenannte Form des Präsens steht in keinem Zusammenhang mit der objektiven Zeit (Alle Wege führen nach Rom. Das Buch besteht aus fünf Teilen.). Darüber hinaus dient das Präsens zur Bezeichnung eines zukünftigen Geschehens, dabei kann die Zukunftsbedeutung „durch eine zusätzliche fakultative Temporalbestimmung noch verstärkt werden, sie ist aber auch ohne diese vorhanden“ 4 (Ich fahre nächste Woche in den Urlaub. Er schreibt morgen eine Prüfung.) Die Vergangenheit kann ebenfalls durch das Präsens ausgedrückt werden, wobei es sich dann um das historische Präsens handelt (1939 beginnt der Zweite Weltkrieg.). In der schriftlichen Sprache wird für die Bezeichnung der Vergangenheit das Präteritum verwendet, welches ausdrückt, dass „ein Geschehen vom Standpunkt des Sprechers völlig losgelöst, vergangen und abgeschlossen ist“ 5 (Gestern kam er erst um 23 Uhr nach Hause.). Dabei steht der Sachverhalt isoliert von der Äußerungszeit 6. Zur Bezeichnung eines vergangenen Geschehens dient ebenfalls das Perfekt (Er hat die Wohnung besichtigt.). Außerdem wird durch das Perfekt ein zukünftiges Zeitverhalten ausgedrückt, wobei eine zusätzliche Adverbialbestimmung obligatorisch ist 7 (Bald hat sie ihre Masterarbeit geschrieben. Morgen haben wir es erledigt.). Das Plusquamperfekt bezeichnet ebenfalls das vergangene Geschehen und wird dann verwendet, wenn über Ereignisse gesprochen wird, die noch vor den beschriebenen Ereignissen in der Vergangenheit liegen (Ich hatte bereits den Brief geschrieben, als er kam.). Zur Bezeichnung eines Geschehens in der Zukunft dienen Futur I und Futur II, wobei sich die Bedeutungsvarianten beider Tempora folgendermaßen unterscheiden lassen: Futur I bezeichnet ein zukünftiges Ereignis, das nach der Sprechzeit liegt und noch nicht begonnen hat (Die Ergebnisse werden wir morgen erfahren.). Futur II hingegen drückt ein abgeschlossenes zukünftiges Geschehen aus, das oft von einer zusätzlichen Temporalbestimmung begleitet wird 8 (Bald wird sie ihre Masterarbeit geschrieben haben. Morgen werden wir es erledigt haben.) Außerdem drücken die beiden Futurformen ein vermutetes Geschehen aus: Futur I bezeichnet dabei ein Ereignis in der Gegenwart und kann mit einer zusätzlichen Temporalangabe verwendet werden (Sie wird jetzt zu Hause sein. Sie wird derzeit ihre Arbeit schreiben.) Indessen bezeichnet das Futur II oft mit einem resultativen Charakter eine gegenwärtige Vermutung über die Vergangenheit (Seine Tochter wird in Dresden gewohnt haben.).

 

 

1 vgl. DUDEN 2016: 657                     4 Helbig/Buscha 1970:147                7 vgl. Helbig/Buscha 1970:152
2 vgl. Hoffmann 2016: 250                5 DUDEN 2016: 544                           8 vgl. Helbig/Buscha 1970:158
3 vgl. Helbig/Buscha 1970: 147         6 vgl. Hoffmann 2016: 276

Literatur:

DUDEN (2016): Richtiges und gutes Deutsch.
Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle. Hrsg. von Drosdowski, Günter.

Mannheim u.a.: Dudenverlag.

Helbig, Gerhard/Buscha, Joachim (1970):
Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht.

Leipzig: Graphischer Großbetrieb Pößneck GmbH.

Hoffmann, Ludger (2016):
Deutsche Grammatik. Grundlagen für Lehrerausbildung, Schule, Deutsch als Zweitsprache und Deutsch als Fremdsprache.

Berlin: Erich Schmidt Verlag

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