Hausarbeiten: Regeln kennen und Fehler vermeiden

Hausarbeiten: Regeln kennen und Fehler vermeiden

Studierende werden mit Hausarbeiten meistens erstmalig mit dem Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten konfrontiert. Wer sich an die Einhaltung von Regeln gewöhnt, wird sie später bei den Abschlussarbeiten sicher beherrschen. Beim Schreiben von Hausarbeiten gelten die von den Fachbereichen der Hochschulen festgelegten Regeln. In diesem Beitrag wird über gängige Regelungen informiert. So gelingt der Einstieg in das Schreiben von Hausarbeiten!

Häufige Fehlerarten

Oft treten bestimmte Fehler immer wieder auf. Dies sind vor allem:

1. Die Formatvorgaben der Hochschule werden nicht eingehalten.
Zur Hausarbeit gehören formale Anforderungen einer wissenschaftlichen Arbeit. Häufige Fehler in dem Zusammenhang sind:

  • Das Deckblatt fehlt (Titel, Autor, Ort und Datum).
  • Es fehlt ein Inhaltsverzeichnis.
  • Das Literaturverzeichnis fehlt.
  • Die wörtlichen Zitate sind nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet.
  • Es fehlen die Belege von direkten oder indirekten Zitaten.
  • Die Zitatnachweise sind nicht korrekt oder unvollständig.

2. Es fehlt eine klare wissenschaftliche Fragestellung

3. Das Thema ist nicht klar gefasst und nicht exakt eingegrenzt

4. Vermeintliche oder echte Fakten werden ohne hinreichenden Bezug zur Literatur dargestellt.

5. In der Hausarbeit fehlt die eigenständige Auswertung. Die Arbeit besteht hingegen aus einer Dokumentation bestehender Literatur.

Wenn Sie Hilfe oder einen kompetenten Rat beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit benötigen, melden Sie sich bei uns und wir helfen Ihnen!

+49 (30) 223-898-44

Offen für Ihre Fragen: Schreiben Sie uns per E-Mail   info@ug-gwc.de

Formale Anforderungen an eine Hausarbeit

Mit Hausarbeiten wird Studierenden die Gelegenheit gegeben, ein Thema selbstständig wissenschaftlich und mit einer konkreten Frage zu bearbeiten. Obwohl sie ausschließlich für den Lehrbetrieb erstellt werden und nicht zur Veröffentlichung gedacht sind, müssen sie formale Anforderungen erfüllen. Diese sind mit anderen wissenschaftlichen Arbeiten vergleichbar. Nachstehend werden die üblichen Vorgaben für die Bereiche Aufbau, Sprache und den Umgang mit Literatur aufgeführt.

Der Aufbau von Hausarbeiten

Der Aufbau von Hausarbeiten folgt in der Regel folgendem Muster:

  1. Deckblatt (mit Angabe von: Autor der Arbeit, Studiengang, Anschrift, Matrikelnummer, E-Mail-Adresse, Titel der Hausarbeit und Angabe der jeweiligen Lehrveranstaltung)
  2. Inhaltsverzeichnis mit Angabe der Seiten
  3. Einleitung (Erklärungen und Begründung zum Thema, der Fragestellung und der eigenen Vorgehensweise)
  4. Hauptteil (Untersuchung der Frage, Zusammenfassen der Ergebnisse, Einordnen in andere Themen, Ausblick auf weitere anzustrebende Untersuchungen)
  5. Literaturverzeichnis
  6. Unterschriebene Erklärung (eidesstattliche Erklärung, dass die Arbeit selbstständig angefertigt wurde und nicht aus anderen Veröffentlichungen entnommen wurde, ohne diese als solche kenntlich gemacht zu haben)

Wissenschaftliche Sprache

Mit den Hausarbeiten sollen sich Studierende an eine wissenschaftliche Sprache gewöhnen. Das bedeutet, sie ist sachlich und der Sache angemessen. Alltagssprache ist grundsätzlich zu vermeiden. Benutzte Fachbegriffe sollen korrekt sowie angemessen verwendet werden. Beim ersten Gebrauch sind Fachbegriffe kurz zu definieren. Dies gilt vor allem dann, wenn verschiedene Bedeutungen möglich sind. In dem Fall darf die Information durch eine Fußnote nicht fehlen, welcher Bedeutung der Verfasser der Hausarbeit gefolgt ist.

Umgang mit verwendetet Literatur

Bevor eigene wissenschaftliche Erkenntnisse erzielt werden, muss der aktuelle Stand der Wissenschaft korrekt abgebildet werden. Das bedeutet, wissenschaftliche Arbeit stützt sich auf bereits vorhandene Erkenntnisse und baut darauf auf.

Die Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse setzt deren Nachweis voraus.

Die Gründe dafür sind einleuchtend:

    • Autoren haben einen Urheberrechtsanspruch auf ihre eigenen erarbeiteten und verfassten Gedanken.
    • Die Übernahme fremder Gedanken, ohne diese als solche zu kennzeichnen, ist versuchte Täuschung.
    • Die Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit wird unter anderem durch die Auswahl der verwendeten Literatur gekennzeichnet.
  • Leser und Leserinnen der Arbeit soll die Möglichkeit gegeben werden, in der verwendeten Literatur weiterzulesen.

Die benutzte Literatur muss in einem Literaturverzeichnis am Ende der Hausarbeit aufgeführt werden.
Die aus der verwendeten Literatur übernommenen direkten und indirekten Zitate sind als Zitate zu kennzeichnen und die Quellen sind nachzuweisen.

Korrekt zitieren

Korrekt zitieren
Zitat bedeutet im wissenschaftlichen Kontext: die wörtliche oder sinngemäße Übernahme von geistigem Eigentum eines Dritten. Zitate sind immer zu belegen, das bedeutet nachzuweisen. Der Leser muss bereits beim Lesen erkennen, dass die Aussage aus einer anderen Quelle stammt und nicht vom Autor selbst. Dazu gehört, dass er mühelos die zitierte Quelle finden kann.

In der Wissenschaft existieren einige allgemeine Regeln, die beim Zitieren zu beachten sind:

  • Das direkte Zitat muss in Anführungszeichen gesetzt werden.
  • Direkte Zitate dürfen nicht verändert werden. Dies schließt sowohl die Satzstellung, die Rechtschreibung wie auch Fehler ein.
  • Werden Einzelheiten des Zitats ausgelassen, können an der Stelle drei Punkte gesetzt werden. Zur Verdeutlichung sollten diese drei Punkte in eckigen Klammern gesetzt werden […].
  • In ein Zitat können Wörter eingefügt werden, sofern dies erforderlich ist. Diese Einfügungen müssen ebenfalls in eckigen Klammern stehen. Das Gleiche gilt für einzufügende Buchstaben, wenn sich mit nachstehenden Satzteilen der Kasus ändert.
  • Werden innerhalb wörtlicher Zitate, die in Anführungszeichen gesetzt werden, weitere Zitate verwendet, stehen diese in einfachen Anführungszeichen (‚einfache Anführungszeichen‘)
  • Indirekte Zitate (Zitate, die nicht wörtlich wiedergegeben werden, sondern sinngemäß), sogenannte Paraphrasen, werden in indirekter Rede formuliert. Sie weisen deutlich aus, dass es sich um Gedankengut eines anderen Autoren handelt.

Nachweis von Zitaten

Nachweise erfüllen den Zweck, dass Leser auf direktem Weg nach dem Zitat erfahren, woher das Zitat stammt und wie es aufzufinden ist. Dazu haben sich verschiedene Zitierweisen herausgebildet. Sofern die Zitierweise von der Hochschule nicht vorgegeben wird, kann diese vom Autor selbst gewählt werden. Wichtig ist, die einmal verwendete Zitierweise für die gesamte Arbeit beizubehalten.

Der Zitatnachweis muss immer auf der Seite erfolgen, auf der das Zitat verwendet wurde. Um die Publikation eindeutig identifizieren zu können, sollten mindestens Autor, Jahr der Veröffentlichung sowie die zitierte Seite genannt werden.

In der Regel bestehen die Zitierweisen aus dem Nachweis direkt beim Zitat sowie einer Aufführung in einem Literaturverzeichnis. Mit dem Eintrag beim Zitat wird auf das Literaturverzeichnis verwiesen. Dort lässt sich der genaue Titel der zitierten Quelle nachschlagen. Das Literaturverzeichnis ist somit von besonderer Relevanz, wenn direkt beim Zitat lediglich eine kurze Angabe erfolgt. Im Normalfall ist bei allen Hausarbeiten ein Literaturverzeichnis obligatorisch.

Die Harvard-Zitierweise

Diese Zitierweise, auch amerikanische Zitierweise genannt, kommt ohne die Erstellung von Fußnoten aus. Stattdessen wird direkt im Text eine Kurzform des Nachweises verwendet. Mit diesem Nachweis kann die komplette Literaturangabe im Literaturverzeichnis nachgelesen werden. Aus diesem Grund ist ein solches Verzeichnis unerlässlich. Die Angaben im Text stehen direkt nach dem Zitat und werden zur Verdeutlichung in Klammern gesetzt. Normalerweise reichen der Autorenname, das Jahr der Veröffentlichung sowie die Seite aus. Dem Leser muss es problemlos gelingen, mit den gemachten Informationen die verwendete Quelle im Literaturverzeichnis nachschlagen zu können.

Die Harvard-Zitierweise

Beispiel:
„Dies ist der zitierte Text“ (Drombusch 2006; S. 198).

Literaturverzeichnis:
Drombusch, Karl: Herausforderungen für heutige Studierende, Düsseldorf 2006

Die deutsche Zitierweise

Bei der deutschen Zitierweise werden Fußnoten verwendet. Diese sollen grundsätzlich in der Fußzeile der Seite stehen, auf der sie verwendet werden. So behält der Leser den besten Überblick. In den Schreibprogrammen wie etwa Word wird das Erstellen von Fußnoten enorm erleichtert.

Der Vorteil von Fußnoten: Es sind längere Zitatnachweise möglich, ohne den Lesefluss im Text zu stören. Werden für die Hausarbeit mehrere Zitate aus der gleichen Publikation verwendet, müssen nicht immer wieder die vollständigen Angaben gemacht werden. Es wird daher zwischen Vollbeleg und Kurzbeleg unterschieden. Bei der ersten Verwendung wird die Quelle mit allen Angaben als sogenannter Vollbeleg angegeben. Ab der zweiten Verwendung reicht der sogenannte Kurzbeleg, der für weniger Angaben ausreichend ist.

Die Nummerierung der Fußnoten erfolgt im Laufe des Textes fortlaufend und beginnt nicht auf jeder Seite neu. Fußnoten enden mit einem Punkt.

Die deutsche Zitierweise

Beispiel:
„Dies ist der zitierte Text.“„Dies ist die zweite Verwendung der gleichen Literatur.“
Fußnote in der Fußzeile:
______________________
1
2
1 Drombusch, Karl: Herausforderungen für heutige Studierende, Düsseldorf 2006, S. 198.
2 Drombusch 2006, S. 198.

Das Literaturverzeichnis

Grundsätzlich gilt: Im Literaturverzeichnis werden die Quellen alphabetisch nach Autorennamen geordnet aufgeführt. Bei mehreren Titeln eines Autors sind diese chronologisch einzuordnen. Das Literaturverzeichnis erfüllt den Zweck, im Text unter Umständen verkürzt gemachte Angaben in einem geordneten Verzeichnis vollständig zu finden. Gleichzeitig erkennen die Dozenten der Hochschule auf einen Blick die verwendete Literatur und lassen dies in die Bewertung einfließen.

Gedanklicher Aufbau und Gliederung der Hausarbeit

Gedanklicher Aufbau und Gliederung der Hausarbeit

Die Einhaltung der formalen Anforderungen gehört existenziell zu jeder wissenschaftlichen Arbeit. Dies reicht selbstverständlich nicht für eine erfolgreiche Arbeit. Entscheidend ist darüber hinaus vor allem der Inhalt.

Entscheidendes Element jeder wissenschaftlichen Arbeit ist die Fragestellung. Diese Herangehensweise basiert auf den aktuellen Stand der Wissenschaft und soll im weiteren Verlauf der Arbeit diesen wesentlich erweitern. Das gewählte Thema sollte sich immer in eine Frage umformulieren lassen. Die Frage muss exakt und klar begrenzt sein. Eine mögliche Eingrenzung ist unter anderem der Zeitraum (Hatte … Auswirkungen auf … innerhalb der letzten fünf Jahre?).

Der logische Aufbau einer Hausarbeit

Die Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit ist das, was dem Leser spontan auffällt. Ratsam ist es daher, diese im Zweifel mit dem Dozenten zu besprechen.

Der Aufbau einer Hausarbeit besteht immer aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Einleitung

Die Einleitung soll dem Leser einen Überblick über den Inhalt der Arbeit geben und wie diese gegliedert ist. Dazu gehört ebenso die Darstellung des aktuellen Stands der Wissenschaft. Es wird die Frage formuliert und ihre Relevanz dargestellt. Darüber hinaus ist an der Stelle ein Überblick über die verwendete Literatur angebracht.

Hauptteil

Die Aufteilung des Hauptteils ist vom gewählten Thema abhängig. Auf jeden Fall wird die eigene Fragestellung, welche in der Einleitung vorgetragen wurde, aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht. Möglich ist, für Teilkapitel einzelne Zwischenfazite zu ziehen.

Schluss

Die einzelnen Untersuchungsergebnisse, welche im Hauptteil detailliert dargestellt werden, sind im Schlussteil zusammenzufassen und abzuwägen. Wichtig ist, daraus ein Gesamtfazit entstehen zu lassen und so die exakt zuvor formulierte Frage zu beantworten. Angebracht ist im Schlussteil darüber hinaus der Hinweis auf offene oder neu entstandene Fragen sowie ein Ausblick auf zukünftige Forschungen.

Der logische Aufbau einer Hausarbeit basiert entweder darauf, eine Frage wissenschaftlich zu erörtern oder eine These zu vertreten. Sofern Studierende vor Beginn der Arbeit noch nicht selbst zum Thema Position bezogen haben, bietet sich an, eine Frage wissenschaftlich zu klären. Eine These zu vertreten ist für den Fall angebracht, wo sich der Verfasser bereits vor der Arbeit eine Meinung bilden konnte. Hierbei kann innerhalb der Hausarbeit deutlich Stellung bezogen werden.

Author

Hans Müller

Autor, Doctor
Hans Müller leitet als Online-Marketing Experte den UG GWC Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite.

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