"Modulprüfung Diagnostik / Portfolioauftrag"

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    Modulprüfung Diagnostik / Portfolioauftrag
  • Art der Arbeit:Hausarbeit
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Modulprüfung Diagnostik

Portfolioauftrag 2

 

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Rolle des Feedbacks. 3
  2. Feedback – in welcher Form.. 5

Kommentierung der Literatur. 6

Literaturverzeichnis. 7

Internetquellenverzeichnis. 7

 

 

 

 

1.  Die Rolle des Feedbacks

 

Sie hören zu. – Ist das so? Woher weiß ich das? Gibt es ein objektives Instrument, um das festzustellen? Und wenn Sie das lediglich lesen, haben wir überhaupt die Möglichkeit festzustellen, ob der Inhalt transportiert wurde? Eignen wir uns Wissen an, wäre es wünschenswert, dies objektiv messbar zu machen. Was wir brauchen ist ein Feedback, ein Zurückschicken des Signals vom Empfänger zum Sender. Darüber forschte der neuseeländische Soziologe John Hattie. „The essential message is at the most valuable feedback focuses on helping the students improve.”[1] So soll primär das Feedback helfen, die Leistungen der Lernenden zu verbessern. Feedback an sich ist im Zusammenleben der Menschen der Normalfall.

Warum brauchen wir also ein auf den Lerneffekt bezogenes Feedback? Wir verfolgen mit unserem Handeln einen Lerneffekt, den wir versuchen zu beschreiben. Es soll evaluiert werden, inwieweit das geforderte Lernziel erreicht worden ist, oder wie nahe Lehrhandeln den Lerneffekt erreicht hat. Hier greift das Hamburger Lehr- und Lernhandlungsmodell. Zunächst müssen dafür die Lernziele formuliert werden. Anschließend wird durch das Feedback überprüft an welchem Punkt der Lernende sich befindet und anschließend, nach der Überprüfung des externen Handlungsergebnisses durch das Feedback kann ein neues Lehrhandeln angepasst werden.

Wir sind das und werden das aufgrund dessen, was wir wahrnehmen. Die interpretative Soziologie geht immer von der subjektiven Wahrnehmung der äußeren Welt aus. Was die Lernenden wahrnehmen, ist für sie die Wirklichkeit und die entsteht visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch. Die Befragung, das Feedback, kann der beste Weg sein, um einen produktiven Lernfortschritt zu erreichen. Eigentlich verwundert es, denn die meisten Informationen nehmen wir im alltäglichen Leben nonverbal auf. Meinungen Einstellungen, Bedürfnisse dagegen drücken wir über unsere Sprache aus. Das Feedback kann fördern und fordern. „Da ist einmal die kleinschrittige Lernarbeit, zweitens die konsequente Vernetzung der Schüler/innen, drittens die ausgeprägte Methodenvielfalt, viertens die widerkehrende Berichts- und Beratungsarbeit und fünftens das regelmäßige Feedback- und Reflexionsgeschehen.“[2] So kann durch das Feedback ebenfalls die Lernkompetenz gefördert werden. „Mehrere Evaluationsstudien in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinlad-Pfalz belegen die Lernwirksamkeit der skizzierten Lehr-, Lern- und Trainingsarbeit.“[3] Zur Qualitätssicherung im Bildungswesen äußerte die Kultusministerkonferenz bereits 2003: „Ergebniskontrolle und Feedback seien ein

unverzichtbarer Bestandteil einer kontinuierlichen, systematischen Qualitätsentwicklung.”[4]  Lehren und Lernen sind zwei Seiten der gleichen Medaille und Lernen ist vor allem auch ein multisensorischer Prozess und der muss gegebenenfalls neu ausgerichtet oder eine Korrektur in der Richtung erfahren. Hier spielen die bei den Äußerungen zwischen Sender/Lehrer*in und Empfänger/Schüler*in und dem Feedback, also der Richtung vom Empfänger zum Sender auch immer die Empfindung eine Rolle. „Schulz von Thun unterscheidet zwischen dem Sender und dem Empfänger einer Äußerung. Obwohl der Sender in der Minimalform nur eine Äußerung tätigt, redet er dabei immer mit vier ‚Schnäbeln‘, d. h. er kommuniziert in gewisser Weise auf vier Ebenen gleichzeitig. Dies gilt anlog für den Empfänger, der potentiell immer mit vier ‚Ohren‘ hört.“ [5] Die vier Ebenen nach Friedemann von Thun sind: Sachinhalt, Appell, Beziehung und Selbstkundgabe. Dies macht es schwierig, immer ein möglichst objektives Feedback zu erhalten.

Dabei kann aufgrund des Feedbacks auch eine Überforderung der Lernenden gegengesteuert werden. Das bedeutet nicht weniger Unterrichtsstoff. Das kann durchaus auch mehr Lernstoff bedeuten, da Neurobiologen von einer Neuroplastizität ausgehen. Durch ein Feedback, bei dem die Lernenden auch das Gefühl haben, das sie gefragt werden entsteht im Idealfall ein angstfreies Klima. Die gesamte Wissenschaft ist eine Abfolge von Fehlschlägen, nur dadurch konnten neue positive Ergebnisse erreicht werden, daher sollte ein fehlerfreundliches Klima im Unterricht geschaffen greifen. Ein Enriched Envionement ist da hilfreich. Hintergrund sind hier die Erkenntnisse aus der Hirnforschung. „Für die Ausbildungspraxis bedeutet dies, dass ein angstfreies, fehlerfreundliches Klima allein noch nicht ausreicht. Sie sind gut beraten, wenn Sie zusätzlich das Ausbildungsterrain so gestalten, dass die jungen Menschen sich aktiv einbringen können, herausgefordert werden und auch Freude an ihren Aufgaben und Tätigkeiten entwickeln können.“ [6]Wenn es ein qualifiziertes Feedback geben soll, ist das Abhängig von der Fragestellung. Es hängt davon ab, ob sie Vorannahmen testen wollen. Braucht das Feedback standarisierte oder offene Fragen? Stellen Sie sich als Lehrer*in immer selbst die Aufgabe, dass es darum geht Lernerfolge oder Lernen sichtbar zu machen.

Ein Feedback darf auf keinen Fall als Bedrohung wahrgenommen werden, schließlich soll es im Idealfall auch auf einer Ebene der Selbstregulation führen.

Wenn es aber darum geht, in welcher Form das Feedback erfolgen soll, ist es wichtig in welcher Form das erfolgen soll, um als Lehrer*in nicht die die Falle der self-fulfilling prophecy zu geraten. Es geht nicht darum eine Erwartung bestätigt zu bekommen, sondern einen Ist-Zustand des Lernerfolges zu erfahren. Auch die Häufigkeit des Feedbacks spielt eine Rolle um als Lehrer*in eventuell rasch reagierten und Kurskorrekturen vornehmen kann. „Enge Feedback-Schleifen sind wichtig, damit der Auszubildende zunächst rückmelden kann, was ihm noch fehlt, damit der Wissenstransfer gelingt.“[7] Und – Feedback ist eine wechselseitige Rückmeldung. „Die Ergebnisse sind aber in der Regel nicht vergleichbar, weil verschiedene Methoden und Erhebungszeitpunkte gewählt werden.“[8]  Hattie unterstreicht, dass häufig das Feedback als Prozess der Information von der Lehrkraft zu ihren Schülern verstanden wird. Jedoch demonstriert seine empirische Studie, dass das wirkungsvollste Feedback von den Schülern zu Lehrperson ist.[9]  Dabei erfolgt das Feedback nach Hattie auf drei Ebenen: zu Aufgabe, zu dem Lernprozess als solchem und zu der Selbstregulation. “Feedup” legt eine inhaltliche Untersuchungslinie fest, welche die Lernenden dazu zwingt, sich dem Forschungsprozess anzuschließen und neues Wissen anzufragen. Es bildet auch die Grundlage für die danach folgenden Bewertungen. Sobald die Schüler den Zweck verstanden haben und mit der Arbeit beginnen, erhalten sie ein “Feedback”, das zeitnah ist und ihr Verständnis verbessert. Basierend auf ihren Antworten gewinnt der Lehrer ein Verständnis dafür, was die Lernenden wissen und was nicht. Diese Beziehungen führen zu einem “Feedforward” -System, das die Lehrperson darüber informiert, was als nächstes unterrichtet werden muss oder was die Schüler erleben müssen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Feedbacks empfangen und genommen werden. Das ist eine wechselseitige Beziehung, die wichtige Informationen und Ideen mit sich bringen kann.

 

2.  Feedback – in welcher Form

 

 

Im Idealfall erfolgt das Feedback während des Lernprozesses, wenn die Schüler an einer Aufgabe bzw. an dem Thema arbeiten. Oder alternativ kann es so bald wie möglich nach der Aufgabe umgesetzt werden, sodass noch Zeit für Verbesserungen bleibt. Feedback während des Lernens ermöglicht es den Schülern, sofort Feedback-Ergebnisse zu berücksichtigen und zu versuchen, während des Lernprozesses Verbesserungen zu erzielen. Dies ist häufig effektiver und produktiver für die Lernerfahrung als Feedback-Maßnahmen am Ende der Aufgabe (normalerweise summativ), bei denen die Schüler sich an das Feedback erinnern und die empfohlenen Strategien auf eine zukünftige Aufgabe anwenden müssen.

Häufig wird Feedback, das von den Schülern nach Abschluss des Lernens abgewickelt wird, von den Schülern nicht zur Verbesserung ihrer Arbeit verwendet. Dies führt häufig dazu, dass Lehrkräfte immer wieder dieselben Kommentare abgeben und sich fragen, warum die Schüler die ermittelten Informationen nicht in einen anderen Kontext übertragen. Damit das Feedback das spätere Lernen beeinflusst, müssen sich die Schüler daran erinnern, es in Ratschläge übersetzen, die auf verschiedene Aufgaben übertragbar sind, und es anwenden, wenn sie das nächste Mal auf eine Aufgabe stoßen, bei der dieses Lernen angewendet werden könnte. Diese Strategie funktioniert am besten im Laufe des Lernprozesses.

 

Feedback kann viele Formen annehmen, z. B. mündliches, schriftliches, informelles, formelles, beschreibendes, bewertendes, Peer- und selbstbewertetes Feedback.

 

Neben dem Gruppen und Einzelgespräch bietet sich ein Multiple-Choice-Test an. Er gewährt ein hohes Maß an Anonymität und der Lernende reflektiert beim Ausfüllen seinen eigenen Kenntnisstand. Um eine weitgehende Anonymität und schnelle Auswertbarkeit zu erreichen, kann ein solches Feedback beispielsweise auf entsprechenden Kursmanagementsysteme und Lernplattformen wie Moodle oder Ilias hinterlegt werden. Einige Beispielfragen:

„Die Lernaktivitäten waren motivierend und abwechslungsreich“,

„Ich konnte mich aktiv in die Gruppenarbeit einbringen“,

„Die E-Learning-Phase bot mir die Chance, von der individuellen Korrektur und Beratung durch der/die Lehrer*in profitieren“,

„Der/die Lehrer*in war offen für Fragen und Feedback.“

Hinter jedem dieser Fragen stehen Kästchen mit „trifft zu, trifft eher zu, trifft eher nicht zu und trifft nicht zu.“

Ein solcher anonymer Multiple-Choice-Test führt zur Reflektion, legt die möglichen Lernlücken frei und erwirkt im Idealfall eine Kurskorrektur zum Erreichen des erforderlichen und geforderten Lernzieles. Grundsätzlich kann aber jede Art von Feedback von Nutzen sein. Das schließt beide Richtungen mit ein: sowohl von Lehrer*innen an den Lernenden als auch vom Lernenden an den/die Lehrer*innen. Der Lernfortschritt wird sichtbar, wenn das Feedback in einem angstfreuen Raum gegeben wird.

Um Lernen und der Weg zum Erreichen des Lernziels zu optimieren, kann es also helfen, einen entsprechenden Feedback-Fragebogen zu erstellen. Das schafft eine neue Struktur im Lernhandeln. Auch dies ist eine starke Unterstützung beim Lerneffekt. Die Methode SMART kann die Zielkriterien für das Feedback abfragen:

S (specific), M (measurable), A (attainable), R (realistic), T (time phased).

 

Kommentierung der Literatur

Zierer, Klaus: Hattie für getresste Lehrer: Kernbotschaften und Handlungsempfehlungen aus John Hatties „Visible Learning“, Schneider Verlag, Hohengehren, 2014

 

Dieses Buch gibt einen Einblick in die grundlegenden Ideen zum Feedback. Der deutsche Hattie-Übersetzer Zierer legt eine komprimierte Übersicht über die Forschung Hatties dar. Gerade Lehrer*innen können hieraus viele praxisorientiere Anregung für den täglichen Unterricht gewinnen.

Literaturverzeichnis

 

 

Eckhard Klieme u.a.: Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards. Eine Expertise, Hrsg. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn / Berlin 2003

 

Hattie, John und Clarke, Shirley: Visible Learning: Feedback, Routledge, London and New York: 2019

 

Hattie, John und Timperley, Helen: The Power of Feedback. In: Review of educational Research 77(1), 2007: 81-112

 

Klippert, Heinz: Methoden-Training: Bausteine zur Förderung grundlegender Lernkompetenzen, 22. Aufl., Beltz, Weinheim und Basel: 2018

 

Weißer, Marco: Erfolgreich ausbilden, Gabal Verlag, Offenbach, 2017

 

Plate, Markus: Grundlagen der Kommunikation: Gespräche effektiv gestalten, Vandenhoeck & Ruprecht, Bristol, 2013

 

 

 

 

 

 

Internetquellenverzeichnis

 

Arnold, Eva: Feedback für mehr Qualität, in: Uni-Hamburg.de, Februar 2011 [online] //www.uni-hamburg.de/newsletter/archiv/Februar-2011-Nr-23/Feedback-fuer-mehr-Qualitaet-Servicestelle-Evaluation.html [abgerufen am 15.03.2021]

[1] Vgl. Hattie, John und Clarke, Shirley: Visible Learning: Feedback, Routledge, London und New York: 2019, S. 2

[2] Vgl. Klippert, Heinz: Methoden-Training: Bausteine zur Förderung grundlegender Lernkompetenzen, 22. Aufl., Beltz, Weinheim und Basel: 2018, S. 35.

[3] Vgl. Klippert, 2013, 1. Aufl., S. 184ff.

[4] Vgl. Eckhard Klieme u.a.: Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards. Eine Expertise, Hrsg. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn / Berlin 2003, S. 24

[5] Vgl. Plate, Markus: Grundlagen der Kommunikation: Gespräche effektiv gestalten, Vandenhoeck & Ruprecht, Bristol, 2013, S. 59.

[6] Vgl. Weißer, Marco: Erfolgreich ausbilden, Gabal Verlag, Offenbach, 2017, S. 29.

[7] Vgl. Ebd.  S. 30.

[8] Vgl. Arnold, Eva: Feedback für mehr Qualität, in: Uni-Hamburg.de, Februar 2011 [online] //www.uni-hamburg.de/newsletter/archiv/Februar-2011-Nr-23/Feedback-fuer-mehr-Qualitaet-Servicestelle-Evaluation.html [abgerufen am 15.03.2021].

[9] Vgl. Hattie J., Timperley H.: The Power of Feedback. Review of Educational Research 77 (1), 2007, S. 98.

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