"Stationäre Altenpflege für Deutsche im EU-Ausland: Ökonomische Betrachtung aus Betreibersicht"

  • Fachrichtung:Wirtschaftswissenschaft
  • Studienfach:Marktbearbeitung
  • Thema:
    Stationäre Altenpflege für Deutsche im EU-Ausland: Ökonomische Betrachtung aus Betreibersicht
  • Art der Arbeit:Diplomarbeit
  • Seitenzahl:24
  • Einzigartigkeit:98.3%
Seminararbeit
docx (115 kB)
Einzigartigkeit
pdf (682 kB)

 

Bachelorarbeit

 

Stationäre Altenpflege für Deutsche im EU-Ausland

Ökonomische Betrachtung aus Betreibersicht

 

 

Zusammenfassung

 

Die deutschen Pflegeeinrichtungen sind überfordert. Die demographische Situation neigt dazu, dass immer mehr ältere Menschen pflegebedürftig werden. Der Aufenthalt in deutschen Pflegeheimen ist unerschwinglich geworden. Viele Heimbewohner, selbst wenn sie es sich finanziell leisten können, sind mit der Pflege unzufrieden. Das Personal ist überfordert und hat oftmals keine Zeit für die Zuwendung zum Pflegebedürftigen, obwohl dies sehr wichtig wäre.

 

Die deutsche Pflegeversicherung muss laut einem Urteil des europäischen Gerichtshofs auch gezahlt werden, wenn sich die pflegebedürftige Person im europäischen Ausland befindet. Dies ist der Export der Sozialleistungen nach einem entsprechenden Abkommen.

 

Die wirtschaftliche Lage in „neuen“ EU-Ländern ist günstiger wie in Deutschland. Zum Beispiel sind die Gehälter einer Krankenschwester um das mehrfache geringer wie einer Krankenschwester in Deutschland. Auch die Kosten für das Grundstück, den Gebäudebau und die Energiekosten sind günstiger.

 

Die Nachfrage schaffte Angebot. Etwa seit 2004 entstehen in Osteuropa Pflegeheime für Deutsche. Oftmals liegen diese grenznah, sodass der Besuch der Bewohner für Angehörige problemlos ist.

 

Viele Personen, die sich erstmals mit der Notwendigkeit der Pflegeversorung konfrontiert sehen, suchen nach einem Ausweg aus der Kostenfalle.

Es beginnt mit der ambulanten Plfege. Oftmals werden Haushaltshilfen ausgenutzt, die aus dem Osten stammen.

Mit der Zunahme der Pflegebedürftigkeit erscheint der Aufenthalt im nahen Ausland sinnvoll.

 

Es wird versucht, die Zusammenhänge zu erforschen und des Weiteren eine Errichtung eines solchen Heims in Kroatien zu planen.

 

Welche Kosten entstehen? Wie können die Pflegebedürftigen für diese Kosten aufkommen? Wie rentabel ist der Betrieb einer Einrichtung?

 

Die vorliegende Arbeit soll diese Fragen ausführlich beantworten.
Inhaltsverzeichnis

 

Abbildungsverzeichnis. IV

Tabellenverzeichnis. V

Abkürzungsverzeichnis. VI

  1. Einleitung. 1
  2. Eingrenzung, Zielsetzung und Vorgehensweise. 2

2.1  Eingrenzung des Themas auf private Pflegeheime, die der KMU-Definition entsprechen  2

2.2  Regionale Eingrenzung auf Pflegeheime in Süddeutschland. 3

2.3  Zielsetzung. 3

2.4  Vorgehensweise. 4

  1. Aktuelle Situation der privatwirtschaftlichen Altenpflege in Deutschland. v

3.1  Rechtliche Rahmenbedingungen. v

3.2  Pflegemarkt in Deutschland. vi

3.3  Betriebswirtschaftliche Analyse eines deutschen Pflegeheims. viii

3.3.1   Pflegesatz- und Kostenanalyse. viii

3.3.2   Erlösoptimierungspotenzial ix

3.3.3   Kostenoptimierungspotenzial x

  1. Pflege für Deutsche im EU-Ausland. xii

4.1  Rechtliche Rahmenbedingungen. xiii

4.2  Pflegemarkt im EU-Ausland. xiv

4.3  Zusammenfassung. xix

  1. Kalkulation einer Modell-Altenpflegeeinrichtung in Kroatien. xxii

5.1  Vorgehensweise und Annahmen. xxiii

5.2  Investitionskosten. xxvi

5.3  Kalkulation Pflegesatz. xxviii

 

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. 26

Abbildung 2. 32

 

 

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Überschrift 5

 

 

Abkürzungsverzeichnis

CSR Corporate Social Responsibility
EBITDAR Abkürzung für englisch: earnings before interest, taxes, depreciation, amortization, and restructuring or rent costs. Das bedeutet „Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Mieten oder Restrukturierungskosten“.

 

 

  1. Einleitung

Die Pflege ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Lebens, obwohl es an sich sehr traurig ist. Jeder Mensch kann im Alter oder durch Krankheit oder Unfall pflegebedürftig werden und nicht immer eignet sich die ambulante Pflege.

 

Die Pflege ist eine Sammlung von Maßnahmen für die Sicherung des Lebens, der Gesundheit und der Würde des Menschen, wenn diese nicht mehr selbst ganz oder teilweise erbracht werden können.

 

Es bietet sich seit langer Zeit schon die Möglichkeit an, im Pflegefall in einem stationären Heim zu leben. Dort bekommt man die notwendige Fürsorge. Zu einem Teil sind die Pflegeheime, wie sie genannt werden, staatlich, zum anderen – privat. In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie die privaten Heime aus Betreibersicht aussehen, wenn die Pflege nicht in Deutschland, sondern im europäischen Ausland erfolgt. Dies ist gar nicht so selten, wie man denkt.

 

Doch wieso ist es zulässig? Wie erfolgt die Entgeltung der Dienste der privaten Heime, die nicht in Deutschland stationiert sind, nach dem Deutschen Pflegegesetz? Was sind die wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte des Betreibens solcher Pflegeheime?

 

Da die oben genannten Fragen Interesse wecken, wird in dieser Arbeit versucht, das Thema durchzuarbeiten und Antworten auf sie zu finden. Dabei sollen rechtliche und methodische Sammelwerke, Fachbücher und andere geeignete Quellen ins Visier genommen, offizielle Webauftritte von einigen Pflegeheimen besucht und studiert sowie die Information systematisiert und in einer wissenschaftlichen Form wiedergegeben werden, um sich eine eigene Meinung zu bilden und sie wissenschaftlich zu fundieren.

 

Die Pflegebedürftigkeit ist ein Thema, dass jeden treffen kann und viele Menschen leider auch treffen wird. Aufgrund dessen empfiehlt es sich, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, was in dieser Arbeit auch vorgenommen wird.

 

 

 

  1. Eingrenzung, Zielsetzung und Vorgehensweise

Dieses Kapitel begründet die Eingrenzung dieser Arbeit auf private Pflegeheime, die unter die Definition der kleinen und mittleren Einrichtungen (KME) fallen und stellt die Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit vor.

 

2.1  Eingrenzung des Themas auf private Pflegeheime, die der KMU-Definition entsprechen

Der Markt der Altenpflege lässt sich in den Markt der stationären Altenpflege, in den Markt der ambulanten Altenpflege sowie in den informellen Pflegesektor aufteilen. Im Bereich der stationären Altenpflege lassen sich die Leistungsträger wiederum wie folgt unterscheiden:

 

  • Öffentlich-Rechtliche Träger (z.B. Kommunale Pflegeheime)
  • Freigemeinnützige Träger (z.B. Diakonie)
  • Private Träger

 

In dieser Arbeit sollen, soweit möglich, nur privat betriebene Pflegeheime betrachtet werden, da sowohl öffentlich-rechtliche als auch freigemeinnützige Träger einseits deutlich größere Heime betreiben (Pflegeheim Rating Report, S. 46) und deren Investitionskosten im Vergleich zu privat betriebenen Einrichtungen zu einem signifikanten höheren Anteil subventionsbezuschusst werden (ebd., S. 106).

 

Weiterhin sollen nur Unternehmen betrachtet werden, die der Defintion eines kleinen und mittleren Unternehmens nach Art. 2 (1) der Definition der kleinen und mittleren Unternehmen der EU-Kommision 2003/361 entsprechen:

 

Zahl der Beschäftigten Umsatz € / Jahr Bilanzsumme € / Jahr
<249 <50 Mio. <43 Mio.

 

//eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32003H0361&from=EN

//ec.europa.eu/growth/smes/business-friendly-environment/sme-definition/

 

Unter Pflegeheimen werden diese Einrichtungen verstanden, die zum überwiegenden Teil vollstationäre Altenpflege anbieten.

 

2.2  Regionale Eingrenzung auf Pflegeheime in Süddeutschland

Der süddeutsche Raum zeichnet sich durch eine außergewöhnliche wirtschaftliche Stärke aus. In deren Folge herrscht in weiten Teilen Süddeutschlands zudem Vollbeschäftigung und großer Wohlstand. Daraus begründet sich in allen Bereichen der Pflege ein insgesamt höheres Preisniveau: Die Investitionskosten sind höher, da Handwerker und Grundstücke teurer sind, die Pflegesätze sind höher, da das Lohnniveau höher ist. Der so oft erwähnte Fachkräftemangel zeigt sich in diesen Regionen daher heute schon und führt im Pflegesektor zu dem sog. „Pflegenotstand“ – viele Stellen bleiben unbesetzt. Da die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung bundesweit einheitlich sind, liegen die Zuzahlungen des Pflegebedürftigen cet.par. höher als in vergleichsweise strukturschwächeren Regionen mit niedrigerem Preisniveau.

 

Durch den langanhaltenden Wohlstand in den süddeutschen Regionen kann zudem davon ausgegangen werden, dass deren Bewohner in der Vergangenheit vergleichsweise öfter in der Lage waren, fremde Ländern zu besuchen. Es ist anzunehmen, dass ein Pflegebedürftiger ohne Auslandsreiseerfahrung einer Unterbringung im Ausland insgesamt skeptischer gegenübersteht als ein Pflegebedürfiger, der in seinem Leben zahlreiche Länder bereist hat.

 

Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Anteil der Bewohner mit Migrationshintergrund in diesen Bundesländern höher ist als im Bundesdurchschnitt. Mutmaßlich dürfte auch hier die Bereitschaft größer sein, seinen Lebensabend im Heimatland zu verbringen als bei einer Vergleichsgruppe, die ausschließlich deutsche Wurzeln hat.

 

Aus diesen Gründen konzentriert sich diese Arbeit auf Pflegeheime im süddeutschen Raum.

2.3  Zielsetzung

Die Arbeit soll aus Betreibersicht aufzeigen, ob es im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen der Altenpflege betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, auch im Ausland Pflegeheime neuesten Standards zu errichten und zu betreiben.

Insbesondere standen folgende Fragestellungen im Raum:

 

Wie stellt sich die aktuelle Situation in Deutschland dar?

Wie ist der deutsche Pflegemarkt zur Zeit organisiert?

  • Weshalb sind deutsche Pflegeheime so teuer?
  • Können Pflegeheime gleichen Standards im europäischen Ausland günstiger betrieben werden?
  • Können Pflegeheime im EU-Ausland einen Beitrag dazu leisten, den Pflegenotstand in Deutschland zu verringern?
  • Ist es möglich, ein attraktives Angebot für Deutsche in sonst strukturschwachen Regionen in Europa zu schaffen?
  • Was sind die Rahmenbedingungen, um Pflege für Deutsche im EU-Ausland zu erbringen?
  • Welche Angebote gibt es in diesem Bereich bereits?
  • Handelt es sich unter Umständen um ein unterschätztes Potenzial?

 

2.4  Vorgehensweise

 

 

  1. Aktuelle Situation der privatwirtschaftlichen Altenpflege in Deutschland

 

3.1  Rechtliche Rahmenbedingungen

Pflegebegriff, PSG II Gesetz, Pflegesatz – Was ist das?

 

Durch die Einführung der Pflegepflichtversicherung im Jahr 1995 wurde das 11. Sozialgesetzbuch geschaffen, welches die Pflege in Deutschland reguliert und weitreichende Bestimmungen für den Betrieb von Altenpflegeeinrichtungen vorschreibt.

Betreiber bzw. Träger von Altenpflegeeinrichtungen müssen mit dem jeweilig zuständigen Landesverband der Pflegeversicherung einen Versorgungsvertrag abschließen, der Art, Inhalt und Umfang der zur erbringenden Pflege in der Einrichtung regelt. Vertragsparteien dieses Vertrages ist der Träger der Einrichtung auf der einen Seite und der örtlich zuständige Landesverband der Pflegekasse auf der anderen Seite. Der Vertrag ist so gestaltet, dass alle angebotenen Leistungen abschließend genannt werden – ein darüber hinaus bestehendes Angebot der Einrichtung an die Pflegebedürftigen wäre unzulässig.

Das Betreiben von Altenpflegeeinrichtungen ohne Abschluss eines Versorgungsvertrages ist verboten. Die wichtigsten Voraussetzungen zum Abschluss eines Versorgungsvertrages sind, dass die Leistung durch eine selbstständig wirtschaftende Organisation erbracht wird, die unter Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft steht und für die Erfüllung des Vertrages eine Gewähr für eine leistungsfähige und wirtschaftliche pflegerische Versorgung bieten kann. Zudem muss der Träger seinen Beschäftigten eine ortsübliche Arbeitsvergütung zahlen und sich verpflichten, intern ein Qualitätsmanagementsystem einzuführen und sich an die Expertenstandards gem. § 113a SGB XI (Erbringung der Pflege nach neuesten Erkenntnissen) zu halten.[1]

 

 

 

 

3.2  Pflegemarkt in Deutschland

Die Pflege in Deutschland wird von Einrichtungen erbracht, die folgende Träger haben können:

  • Private / Kommerzielle (relevant für die Arbeit)
  • Staatliche / Kommunale (Gemeinden, Kreise, Bezirke)
  • Wohltätige (Diakonie, Rotes Kreuz und ähnliche Träger)

Des Weiteren ist zu unterscheiden zwischen:

  • Altersheimen / Seniorenheimen
  • Pflegeheimen

Hier ist von Bedeutung, ob der Heimaufenthalt aufgrund des Alters notwendig ist oder aufgrund von Krankheit. Es gibt Mischformen, in denen in Altersheimen auch stärker pflegebedürftige Menschen versorgt werden können.

Laut öffentlich zugänglichen Angaben sind circa 2,68 Millionen Menschen momentan pflegebedürftig. Oft kann die Pflege zuhause erfolgen – die sogenannte ambulante Pflege, die aber über den Rahmen dieser Arbeit hinausgeht. Zu kommerziellen stationären Pflegeheimen lassen sich folgende Aussagen machen:

Eine privat betriebene Einrichtung der stationären Pflege wird von einer Aktiengesellschaft oder einer GmbH zwecks Erzielen von Gewinnen betrieben. Demzufolge hat eine solche Einrichtung stets das Ziel, ihre Kapazitäten optimal auszunutzen. Im Falle von Überkapazitäten (das groß angelegte Heim mit viel Personal ist mit zu wenig Bewohnern besetzt) sinkt die Gewinnbilanz. Eine solche Einrichtung muss stets dafür sorgen, dass die Einnahmen, die sich aus den Zahlungen der Pflegebedürftigen (bzw. ihrer gesetzlicher Vertreter, Versicherungskassen) zusammensetzen, die Auslagen für Personal, Gebäudekosten (evtl. Miete/Grundstücksmiete, Energie- und Heizkosten, Reparatur- und Wartungskosten), öffentliche Beiträge (Steuern, Gebühren etc). übersteigen. Auch entstehen auch Kosten für Werbung, denn eine jede kommerzielle Gesellschaft hat aktiv nach Kunden zu suchen. Die Kunden sind in diesem Fall Personen, die in stationärer Pflege bedürftig sind. Die Werbematerialien werden zum Teil in Krankenhäusern, Pflegekassen und bei Hausärzten hinterlassen, damit sich Personen, denen die Pflegebedürftigkeit bewusst wird, gleich für das eine oder andere Pflegeheim entscheiden können. Hier ist es wichtig, die Vorteile der eigenen Einrichtung günstig erscheinen zu lassen.

Die Arten der Finanzierung unterscheiden sich auch.

Es gibt zum Beispiel:

  • Pflegegeld (Kostenzusage der Pflegekasse)
  • Selbstzahler (reine Belgeichung der Rechnungen durch Angehörige oder den Pflegebedürftigen persönlich)
  • Private Pflegeversicherungen und ähnliche Stiftungen

Je nachdem muss die Einrichtung zertifiziert sein, die Finanzierung von der Pflegekasse zu empfangen. Bei der Finanzierung kommen wir zu einer Schlussfolgerung,[2] nämlich, dass die Nettoeinnahmen nach dem Abzug von Sach- und Personalkosten entstehen. Die Autoren meinen dazu:

„Kapitalkosten werden aus dem EBITDAR bedient, d.h. aus dem Ertrag nach Abzug von Personal- und Sachkosten.“

Dabei ist es auch wichtig, zu verstehen, dass der Reingewinn erst nach dem Abzug von Kapitalkosten und anderen Kosten entsteht.

Des Weiteren gibt es gesetzliche Anforderungen, so muss eine Einrichtung der stationären Pflege mehreren Bestimmungen des SGB X entsprechen, wie z.B. dem § 100-115 über die Pflegequalität und andere.

Zu einem akuten Problem kann auch der Personalmangel werden. Die Anzahl der Pflegebedürftigen wird sich noch erhöhen, weshalb bereits heute umfangreich zur Ausbildung in den Pflegeberufen geworben wird.

„Unter der Annahme, dass die alters- und geschlechtsspezifischen Pflegequoten unverändert bleiben und sich die Bevölkerung entsprechend der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung entwickelt, würde die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2060 auf 4,7 Millionen steigen. Damit wären sechs Prozent der Gesamtbevölkerung pflegebedürftig, ein doppelt so hoher Anteil wie heute. Unter der Annahme, dass wir auch in Zukunft „gesund altern“, dass wir also bei steigender Lebenserwartung auch mehr Jahre in Gesundheit verbringen werden, reduzieren sich Langfristprognosen über die Anzahl Pflegebedürftiger jedoch deutlich.“ [3]

Dass die Pflegefachkräfte bereits jetzt schon in einem ungenügenden Maß vorhanden sind, ist damit belegt. In der Zukunft darf sich dieses Problem noch verschärfen, wenn der Staat keine ausreichenden Fördermaßnahmen ergreift. Als solche Maßnahmen könnte man zusätzliche Fördergelder für Jugendliche in Betracht ziehen, die sich für eine Ausbildung zu Pflegefachkräften entscheiden.

3.3  Betriebswirtschaftliche Analyse eines deutschen Pflegeheims

Die betriebswirtschaftliche Analyse umfasst die Untersuchung der Einnahme- und Ausgabequellen, der Wirtschaftlichkeit des Betriebs eines solchen Heims und die Probleme, die bei der Verwaltung und dem Betrieb entstehen können.

Wesentliche Fragestellungen sind: Welche Stärken/Schwächen haben die Betriebe? Was unterscheidet erfolgreiche Unternehmen von weniger erfolgreichen Unternehmen? Gibt es betriebsgrößenspezifische Erfolgs- bzw. Misserfolgsfaktoren? Wie hat sich die betriebswirtschaftliche Situation im Zeitvergleich verändert?“ [4]

Eine solche Analyse soll nun in Bezug auf ein deutsches Pflegeheim durchgeführt werden.

3.3.1    Pflegesatz- und Kostenanalyse

Zuerst die Begriffe:

„Der Pflegesatz ist das Benutzerentgelt, welches der Nutzer eines Krankenhauses bzw. seine Krankenkasse/private Krankenversicherung an das behandelnde Krankenhaus für die stationäre Behandlung zu entrichten hat. […] Beispiel: Krankenhausabteilung zur Behandlung von Weaning-Patienten (Beatmungsentwöhnung).“[5]

Die Pflegekosten bilden einen Überbegriff für verschiedene finanzielle Aufwendungen, die bei der Erbringung der Pflegeleistungen anfallen[6].

Die Pflegekosten setzen sich aus verschiedenen einzelnen Kosten zusammen. Nicht alle in der Quelle angegebenen Punkte gelten für ein Pflegeheim, denn es ist eine stationäre Pflegeeinrichtung.

Damit ist nach den allgemeinen wirtschaftlichen Prinzipien klar, dass die Einnahmen die Ausgaben angemessenerweise decken müssen, damit sich eine Wirtschaftlichkeit ergibt. Dergleichen muss die Wirtschaftlichkeit hoch genug sein, um auch nach dem Steuerabzug das wirtschaftliche Betreiben der Einrichtung zu gewährleisten. Die allgemeinen Prinzipien der Wirtschaftlichkeit haben zur Folge, dass man bei den Ausgaben sparen muss und zu versuchen ist, die Einnahmen zu steigern. Das öffentliche Pflegegeld hat aber einen Pauschalbetrag, sodass man keine Steigerung der Einnahmen pro Person bewirken kann. Die Einnahmen können aber optimiert werden, indem für eine ausreichende Belegung der Betten des Pflegeheims gesorgt wird, sodass das Personal nicht unterfordert wird.

Der Einzellohn eines Pflegers ist pro Patient günstiger, wenn der Pfleger in derselben Zeit mehr Heimbewohner versorgen kann. Auch sind Optimierungen im Bereich Bettzeug, Geschirr und Nahrungsmittel möglich. Beispiel: Catering mit Geschirr oder ohne Geschirr – Ersparnis der Zeit bei der Nahrungsausgabe, fertige Tabletts, schmutziges Geschirr geht zurück an den Cateringbetrieb. Strom- und Energiekosten können sich erheblich auf die Profitabilität des Betriebs auswirken. Versuch, Sozialtarife zu bekommen? Auch der Einsatz der Arbeit der Azubis kann sich positiv auf die Bilanz auswirken. Zwar können sie nicht die gesamte Verantwortung eines Pflegers übernehmen, haben aber dennoch ausreichend Potential, um gewisse Tätigkeiten zu verrichten.

3.3.2    Erlösoptimierungspotenzial

Da das Pflegegeld stets pauschal nach Stufen der Pflegebedürftigkeit gestaffelt ist (//www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/82.html), kann der Erlös optimiert werden, indem das Heim Personen mit der möglichst höheren Pflegebedürftigkeit aufnimmt. Dabei kann es sich nicht um Personen handeln, die noch ambulant gepflegt werden können. So können die Leistungskapazitäten, die sonst durch Leerstand Verluste verursachen würden, ausgenutzt werden und das Pflegegeld pro Bewohner wäre höher. Auf jeden Fall sieht das Gesetz vor, die Pflegekosten zu erstatten, das heißt, man kann nicht mehr Erlöse erzielen, als von den Kassen für die eine oder andere Pflegeleistung pauschal gezahlt wird. Auch die privaten Pflegeversicherungskassen zahlen Pauschalbeträge. Die Optimierung des Erlöses kann nur durch die optimale Belegung der Betten erfolgen, der Reingewinn wiederum – durch die Optimierung von Erlösen und der Kosten.

3.3.3    Kostenoptimierungspotenzial

Das Potential zur Kostenersparnis teilt sich auf in das Potential der Ersparnis bei den Sacheinkäufen, der Energie- und Heizkosten (u.U. auch Klimatisierungskosten = Kosten für elektrische Energie und Wartung der Klimaanlagen) und Personalkosten sowie Wartungsaufwand für die Immobilie(n) und Ausstattung.

Das Potential bei den Personalkosten kann in der optimalen Aufgabenverteilung zwischen den notwendigen hoch qualifizierten Arbeitern (Stationspfleger) und den niedrig Qualifizierten (Zivildienstleistende, Auszubildende, einfache Pfleger und evtl. ausländisches Personal ohne Tarifverband).

Das Potential bei den Energie- und Heizkosten kann evtl. durch Bezug von Energie bei Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung erfolgen, auch können günstige Angebote des Strommarktes genutzt werden. Die Ausgaben für elektrische Energie eines Pflegeheims sind aber eher gering und mit einem großen Haushalt vergleichbar (Fernseher, Licht, Klimaanlagen etc.). Im Vergleich dazu sind die Energiekosten eines Krankenhauses wesentlich höher (viele elektrische Geräte der medizinischen Zweckbestimmung).

Was die Ausgaben für Verpflegung betrifft, muss im Einzelfall berechnet werden, was günstiger ist – der Unterhalt einer eigenen Küche samt Koch und Gehilfe, Spülküche, eigene Nahrungsmittel, die noch erworben werden müssen, oder doch der Catering-Service mit einem Versorgungsvertrag – Auslagerung der spezialisierten Arbeitsschritte an professionelle Betriebe. Beispiel: Krankenhaus Werneck in Unterfranken – regelmäßige Anfuhr von Lebensmitteln in Thermoschränken mit spezialisierten Fahrzeugen aus betriebseigenen Großküche – lohnt sich in großen Krankenhauskomplexen mit einer bedeutenden Anzahl der Patienten.

Ein erhebliches Kostenersparnispotential besteht in der steuerlichen Absetzung der Investitionskosten. Die steuerlichen Ausgaben können einen erheblichen Kostenpunkt bilden, und Einsparungen auf diesem Gebiet können gut zur Wirtschaftlichkeit des Betriebes beitragen.

Auch die Investitionskosten können umgeschlagen werden. Eine Quelle dazu:

„Investitionskosten sind die Ausgaben eines Heimbetreibers für Anschaffungen von längerfristigen Gütern, z. B. das Gebäude oder die Ausstattung. In einem Pflegeheim sind die Kosten gemeint, die dem Träger durch Herstellung, Anschaffung und Instandsetzung von Gebäuden und der damit verbundenen technischen Anlagen entstehen. Hierzu gehören Kosten für Gebäudemieten, Finanzierungskosten, Leasingaufwendungen, Abschreibungen und Instandhaltungskosten.

 

Die Investitionskosten können prinzipiell auf die Bewohner von Pflegeheimen umgelegt werden. Da sie sich in den letzten Jahren zu einem großen Kostenfaktor entwickelt haben, spricht man oft von einem „zweiten Heimentgelt“ neben den sogenannten „Hotelkosten“ für Unterkunft und Verpflegung. Geregelt sind die Investitionskosten insbesondere in § 82 SGB XI „Finanzierung der Pflegeeinrichtungen.“[7]

 

D.h., man kann des Weiteren die Pflegekassen „zwingen“, sich die Investitionskosten erstatten zu lassen – zumindest teilweise. Es sind Fälle in Deutschland aufgetreten, in denen ambulante Pflegedienste Leistungen abgerechnet haben, die nicht erbracht wurden und dabei Angehörige oft zu Komplizen machen. Denn die Pflegekasse kann technisch nicht nachprüfen, welche Leistungen tatsächlich erbracht wurden.[8]

 

  1. Pflege für Deutsche im EU-Ausland

Dass eine Person berechtigt ist, Pflegeleistungen zu bekommen, heißt noch lange nicht, dass diese in Deutschland erbracht werden müssen. Im Prinzip ist es ohne Weiteres möglich, denn das Pflegegeld bedeutet die Erstattung der Ausgaben der Einrichtung bei der Erbringung der Pflegeleistung. Dabei ist es im Prinzip unwichtig, in welchem Land sich das Heim befindet, solange dies in der EU geschieht.

Die Grundlage dazu ist das Dokument „VERORDNUNG (EWG) Nr. 1408/71 DES RATES vom 14. Juni 1971[9] über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern“.

Diese beschreibt, dass die erworbenen Rechte auf Sozialleistungen nicht gekürzt oder gemindert werden dürfen, nur weil die Person sich in anderen Mitgliedsstaaten aufhält. Übrigens gilt dasselbe aufgrund von Sonderabkommen auch für Türkei und Tunesien.

Die Pflege in Deutschland ist recht teuer, deshalb entscheiden sich mittlerweile viele Personen für die Pflege in anderen EU-Mitgliedsstaaten. Infrage kommen Polen, Rumänien, Bulgarien, Kroatien – alle, wo die Pflege theoretisch günstiger ausfallen kann. Günstiger ist sie durch die im allgemeinen niedrigeren Betriebs- und Personalkosten der Pflegeeinrichtung. Die Aufenthaltsgenehmigung ist nicht notwendig, da die EU-Bürger sich frei bewegen können. Daraus folgt, dass das Pflegegeld aus Deutschland für eine Pflege in den EU-Mitgliedsstaaten voll ausreicht. Was die Krankheitsfälle angeht – denn die Pflegeeinrichtung ist ja kein Krankenhaus – so greift die deutsche Krankenversicherung. Es muss aber mit Sprachbarrieren gerechnet werden, denn wohl kaum werden sich überall deutschsprachige Pfleger und Ärzte antreffen lassen. Auch gilt dasselbe Problem für Verwaltungen. In einigen Fällen wird die Bestellung eines Dolmetschers auf eigene Kosten notwendig sein.

4.1  Rechtliche Rahmenbedingungen

Wie oben bereits erwähnt, kann die Pflege im EU-Ausland erfolgen. Allerdings zahlen die deutschen Pflegekassen nur Pflegegeld.[10] Die Geldleistungen aus der Pflegeversicherug fallen unter die EU-Verordnung 1408/71 und gelten nicht nur in der EU, sondern in allen Staaten der EWG. Diese Verordnung beschreibt den Export der Sozialleistungen in den EU/EWG-Staaten.

Die Geldleistungen werden dementsprechend weitergezahlt, egal, wo sich der Pflegebedürftige aufhält. Das Pflegegeld ist aber ein Pauschalbetrag, der aus der Pflegestufe hervorgeht. Auch hängt die Höhe des Betrags von dem Vorhandensein der Demenz ab.

In Deutschland werden Pflegebedürftige in die drei Stufen erheblich (I), schwer- (II) und schwerstpflegebedürftig (III) eingeordnet.

Oftmals ist es so, dass das Pflegegeld für den Aufenthalt in deutschen Heimen nicht ausreicht. Haften muss der Pflegebedürftige persönlich oder seine Kinder, die für ihre Eltern unterhaltspflichtig sind. Unbelastet ist lediglich ein Schonvermögen von 70.000 Euro. (sh. § 1601 BGB). Um die Kinder nicht zu belasten, entscheiden sich viele Pflegebedürftigen für die Pflege im EU-Ausland, beispielsweise in Polen. Dort reiche dann das Pflegegeld für die Betreuung.

 

Die Sachleistungen (z.B. die eigentlichen Heimkosten und Ausgaben für die Erbringung der Pflegeleistungen) werden hingegen nicht erstattet. Nur das Pflegegeld an sich ist eine exportierbare Sozialleistung, womit auch das EuGH einverstanden ist.[11]

Das EuGH hat in seinem Urteil vom 12. Juli 2012 beschlossen, die Klage der EU gegen Deutschland abzuweisen. Damit darf weiterhin ausschließlich Pflegegeld gezahlt werden, nicht aber die Kosten für z.B. die Miete der Pflegemittel (Pflegesachleistungen).

 

Was die Krankenversicherung angeht, so gelten die Vorschriften der EU-Mitgliedsstaaten, wonach aber die Kosten von der deutschen Krankenkasse wieder erstattet werden. Man muss also im EU-Ausland eine Krankenversicherung abschließen.

Laut dem Arbeitsblatt des Bundesgesundheitsministeriums[12] gilt Folgendes:

 

„Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden nur im Inland erbracht. Es gibt jedoch Ausnahmen.

 

    EU-Mitgliedstaaten, Staaten des EWR und weitere Länder

    Nachträgliche Erstattung einer Behandlung im Ausland

    Übernahme von Behandlungskosten in Drittstaaten

    Wenn eine Behandlung nur im Ausland möglich ist

[…]

Wenn Versicherte eine Ärztin, einen Arzt, eine Zahnärztin, einen Zahnarzt oder einen anderen medizinischen Leistungserbringer innerhalb der Europäischen Union und des EWR in Anspruch nehmen, können sie auch vor Ort die Behandlungskosten bezahlen und dann die Rechnungsbelege bei ihrer Krankenkasse in Deutschland einreichen. Die Kosten werden jedoch nur bis zu der Höhe übernommen, wie sie bei einer inländischen Behandlung erstattet werden.“

(Quelle: sh. Fußnote 12 der vorstehenden Seite)

4.2  Pflegemarkt im EU-Ausland

Wie eine Anfrage bei der Suchmaschine ergab, sind die Pflegeeinrichtungen in der EU oft eigens auf deutsche Senioren ausgelegt. Als Beispiel lässt sich das Portal //www.seniorpalace.eu/ anführen – dort sind etliche Angebote vorhanden, die zwar örtlich nicht in Deutschland liegen, aber deutschsprachiges Personal beschäftigen. Zum einen mag das daran liegen, dass die Pflegefälle beinahe nur in Deutschland abgesichert werden. Einige andere Staaten haben auch eine Pflegeversicherung, dies ginge aber über den Rahmen der Arbeit hinaus. Auch ist es den Anbietern durchaus bewusst, dass der deutsche Markt überfordert und teuer ist, und dass die deutsche Pflegeversicherung das Pflegegeld weiterhin zahlt. Außer dem Pflegegeld erhalten die Senioren natürlich auch ihre gewöhnliche Rente (vorausgesetzt, dass es sich um altersbedingte Pflege handelt, nicht etwa um krankheitsbedingte). Wie oben beschrieben, erhalten die Senioren keine Erstattung für Sachleistungen (die eigentlichen Heimkosten, Betreuungskosten). Aber nichtsdestotrotz reicht das Geld für die Versorgung im EU-Ausland. Zum einen sind die Preise geringer. Das trifft allerdings nur in „jungen“ EU-Mitgliedsstaaten zu – gemeint Tschechien, Polen, Rumänien, Kroatien. Andere EU-Mitgliedsstaaten wie die Niederlande, Österreich u.Ä. haben mit Deutschland vergleichbare Pflegekosten und sind deshalb nicht Gegenstand des Pflegeexports. Somit lässt sich eine Faustregel schlussfolgern, dass der Pflegeexport die Auslagerung der Pflege nach Osten bedeutet. Vor allem die nahegelegenen EU-Staaten wie Tschechien und Polen sind interessant, denn man kann mit einem geringen Kilometerstand die Senioren besuchen. Lebt man selbst in Sachsen, kann man schnell den Senioren in Polen besuchen kommen. Für Bayern kommt geografisch eher Tschechien infrage.

Ein Auszug aus dem Web-Portal mit vier Seniorenresidenzen:

 

„Tschechien

Allgemeine Informationen über die Tschechische Republik

 

 

Die Tschechische Republik ist seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union, hat sich aber bisher nicht der EURO-Währungsunion angeschlossen. Das offizielle Zahlungsmittel ist die tschechische Krone (Kurs: 1 EUR = 26,966 CZK Stand 8. November 2013) vielerorts kann aber auch mit dem EURO bezahlt werden. Tschechien ist ein wirtschaftlich wie politisch stabiles Land im Westen Osteuropas mit 10,5 Millionen Einwohnern darunter weniger als 1% Deutsche.

 

Wichtige tschechische Verkehrsflughäfen sind Prag Brünn, Ostrava und Karlsbad.

Landes- und Bundesstraßen sind relativ gut ausgebaut. In Tschechien gilt für Lenker von Fahrzeugen die 0-Promillegrenze. Außerdem sind Ersatzglühbirnen für Vorder- und Rücklichter im Auto mitzuführen und es muss ganzjährig mit Licht gefahren werden.

 

Das Leben in Tschechien ist vergleichsweise günstig, nimmt man die Landeshauptstadt Prag von der Betrachtung einmal aus. Eine gut ausgebildete und erfahrene Krankenschwester zum Beispiel verdient hier circa 1000 Euro brutto.

Ärzte, Krankenschwestern und Altenpfleger genießen eine profunde Ausbildung und das Gesundheitswesen bietet alle üblichen Standards in Medizin und Diagnostik.

 

Entlang der Grenze zu Deutschland wird neben der Landessprache auch die deutsche Sprache gesprochen.

 

Das Land ist Mitglied der NATO.

Dateien zum Download

Seniorpalace Böhmerwald – cz

Seniorpalace Eden Bohmerwald – cz

Seniorpalace Schlösserberg – Cz

Seniorpalace Vogtland – cz

 

Es können durchaus bald neue Heime entstehen. Wie die Quelle bereits beschreibt, verdient eine Krankenschwester deutlich weniger Geld, wie sie es in Deutschland tun würde, dennoch sei die Qualifikation „profund“.

Betrachten wir nun, wie es in Ungarn aussieht.

 

Ungarn

Herzlich willkommen im Seniorpalace Ungarn!

 

Schon viele Rentnerinnen und Rentner leben hier glücklich und zufrieden.

Schon alleine das hervorragende Klima ist eine Erleichterung, so z.B. bei Atembeschwerden und Asthma aber auch bei vielen körperlichen Beschwerden kann eine Linderung schnell eintreten, ohne dass medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden muss.

Nicht jeder ältere Mensch ist auf medizinische oder pflegedienstliche Hilfe angewiesen. Trotzdem ist es beruhigend zu wissen, dass in Ungarn medizinische und pflegerische Versorgung einen hohen Standard haben, weit weg von der Minutenbetreuung.

Das Pflegegeld für die jeweilige Pflegestufe wird von Ihrer Krankenkasse auch in Ungarn gezahlt.

 

Ungarn

 

Beste medizinische Betreuung mit deutschsprachigen Ärzten und gesetzliche [sic!] Pflegediensten oder private Krankenpflegerinnen sichern Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit.

 

Dienstleistungen im Seniorpalace Ungarn

 

Ständig kümmert sich ein Ärztedienst um das Wohl der Bewohner. Präventive Programme, Physiotherapie, Massagen, Naturheilmethoden, Thermalwasseranwendungen, u.a. unterstützen Ihre Mobilität und Ihr Wohlergehen. Es ist immer was los im Seniorpalace, seien es kulturelle Veranstaltungen oder amüsierende

Nachmittage bzw. Abende sowie die vielseitigen Freizeitprogramme, an denen Sie teilnehmen können.

 

Freizeitmöglichkeiten und Reisen

Entspannen Sie in der gut sortierten Bibliothek beim Lesen oder lauschen Sie im Klubraum dem Klavierspiel! Haben Sie vergnügliche Stunden im dreischiffigen Weinkeller mit Mitbewohnern und anderen Gästen. Lassen Sie sich bezaubern von den kulturellen Programmen oder bestaunen Sie die Sehenswürdigkeiten rund um das Seniorpalace. In der unweit entfernten Stadt Kecskemét finden Sie das Musikinstitut und die Musikschule von Zoltán Kodály, das Katona József Theater ist berühmt und wartet auf theaterbegeisterte Besucher. Vom Seniorpalace nicht weit entfernt ist die Bugac Pussta mit seinem historischen Museum. Theißufer, Tőserdő bieten hier einzigartige Naturerlebnisse.

 

Für welche Seniorinnen und Senioren ist das Seniorpalace geeignet?

Das Seniorpalace ist eingerichtet auf mobile aber auch nichtmobile Seniorinnen und Senioren. Hier haben Sie auch im Falle einer erforderlich werdenden Pflege die Sicherheit im Haus bleiben zu können. Unser Ziel ist es aber, dass sie mobil und fit bleiben. Unser Anspruch ist es, dass wir hier Ihre geistige und körperliche Beweglichkeit trainieren und, wenn es möglich ist, auch verbessern.

Egal, ob Sie noch fit sind und Gleichgesinnte suchen für Freizeit und Hobby oder ob Sie vielleicht Betreuung und Pflege benötigen, wir sind darauf vorbereitet und eingerichtet.

Auch Seniorinnen und Senioren mit Alzheimer oder Demenz finden hier nicht nur eine fachlich kompetente Betreuung sondern vor allem auch eine liebevolle.

Sie möchten das ein paar Tage oder Wochen testen?

Kein Problem, Sie sind immer willkommen. Sagen Sie uns einfach wie lange Sie beabsichtigen hier zu wohnen und alle Annehmlichkeiten kennen zu lernen.

 

Herzlich willkommen im Seniorpalace Ungarn!

Dateien zum Download

Seniorpalace Hévíz (Ungarn)“

 

Es wird verständlich, dass es sich um einen großen europäischen Anbietern mit Deutschen als Zielgruppe handelt, den „Seniorpalace“ – zu Deutsch „Seniorenpalast“. Die oben angeführten Textpassagen sind einige Werbematerialien von dem Portal. Des Weiteren bietet der Anbieter Heime in Slowakei, Kroatien an.

Dies ist aber nicht der einzige Fall. Auch hat sich ein weiteres Portal zur Studie angeboten, nämlich //pflegeheim-in-polen.net

Unter anderem wird dort erwähnt,[13] dass die Pflege deshalb so günstig ist, weil die Arbeitskräfte viel weniger verdienen als in Deutschland. In Deutschland sind etliche Tarifverträge abgeschlossen worden und bei einem jeden Anlass gibt es Streiks von Ärzten, Krankenschwestern, Pflegern usw. In Polen verdient die Krankenschwester „durchschnittlich um die 400 € pro Monat, in Deutschland aber mindestens 1705 Euro“.

Besonders auffällig ist, dass die Werbung bzw. die Internetauftritte der Vermittlungsagenturen bereits in deutscher Sprache verfasst sind und sogar selbst zugeben, dass die Pflege auf „Senioren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz“ ausgerichtet ist (vgl. Seniorpalace).

 

Insgesamt kann man sagen, dass die fehlenden Pflegeplätze oder die unbezahlbaren Pflegeeinrichtungen in Deutschland automatisch zur Bildung von Marktnischen in Ländern führen, wo dies kostengünstig bewerkstelligt werden kann, was auch geschieht und sich kontinuierlich weiter entwickelt. Vor allem ist die Pflege weniger riskant als die medizinische Grundversorgung. Ein Pflegeheim ist ja keine medizinische Einrichtung, sondern eine Pflegeeinrichtung. Da die Sachkosten nicht gezahlt werden, muss das Heim auch nicht den Standards der deutschen Pflegeversicherung genügen. Es obliegt dann komplett dem Senioren und/oder seinen Angehörigen, das richtige und passende Heim zu wählen.

 

Vergleicht man die verschiedenen Pflegeheime in Polen, variieren dabei die Kosten je nach Anbieter und Ausstattung durchschnittlich zwischen 1000 – 1500 € im Monat.

 

Es gibt hierbei jedoch auch Einrichtungen, in welchen lediglich 700 Euro monatlich für einen Platz in einem 3-Personen Zimmer anfallen. Dabei gibt es verschiedene Faktoren, die den Preis der Pflegeheime in Polen beeinflussen:

 

  • Die Unterbringungsart: Einzelzimmer, Doppelzimmer, Apartment oder Dreibettzimmer.
  • Die Nähe vom Pflegeheim in Polen zur deutschen Grenze: So sind grenznahe Seniorenheime oft beliebter als Pflegeheime, die weiter im Inland liegen.
  • Die Ausstattungen und Räumlichkeiten im polnischen Pflegeheim: Dabei sind sehr viele Pflegeheime in Polen erst vor wenigen Jahren neu gebaut worden.
  • Die Umgebung vom jeweiligen Pflegeheim: So sind Altersheime in der Nähe von Kurorten oder Wäldern oft etwas teurer.
  • Unterschiede in der Qualität sowie bei den im Preis enthaltenen Leistungen.“ [14]

4.3  Zusammenfassung

Die Pflegebedürftigkeit kann eine Person betreffen oder verschonen. Viele sind noch in einem Alter von bis zu 100 Jahren absolut selbstständig. Viele aber nicht mehr. Oft tritt die Pflegebedürftigkeit mit leichten Pflegestufen bereits mit 60 ein. Wie dem auch sei, ab dem Zeitpunkt, an dem man nicht mehr ambulant versorgt werden kann, muss man sich für das eine oder andere Pflegeheim entscheiden. Viele Einrichtungen in Deutschland eignen sich aus bestimmten Gründen nicht. Oftmals wäre das sogar so, dass ein grenznahes Heim in Polen oder Tschechien weniger entfernt ist, als ein freies oder angemessenes Pflegeheim in Deutschland. Der unangenehme, aber zutreffende Punkt, den nicht mal die Senioren selbst verheimlichen, sind die Pflegekosten. Zudem ist des den Senioren selbst oftmals bewusst, dass die Nachkommen für die Eltern unterhaltspflichtig sind und die Pflege das gesamte Kapital verbrauchen wird. Auch müssen beide Eltern ins Heim, dies verschärft die Situation sogar noch. Die Möglichkeit, als EU-Bürger in allen EU-Ländern Dienstleistungen anzubieten (für Selbstständige und Gründer der Unternehmen), führte höchstwahrscheinlich dazu, dass einige Unternehmen sich für günstige Infrastruktur und Personal in Osteuropa entschieden und dort Heime eigens für deutschsprachige Pflegebedürftigen angelegt haben. Quellen zufolge sind in Polen zwischen 10 und 20 Heimen speziell auf Deutsche ausgerichtet.

Anmerkung zum Verständnis: Bei den hier beschriebenen Pflegeheimen handelt es sich nicht um die „normalen“ Einrichtungen in Polen und Ungarn, sondern nur um die 10-20 Pflegeheime pro Land, die speziell auf deutsche Patienten ausgerichtet sind und ihre Leistungen für Deutsche anbieten.[15]

Ursprünglich klang es bizarr und wurde verpönt, es entstand sogar der Begriff „Oma-Export“. Die Idee, eigene Eltern im Ausland unterzubringen, weil es dort günstiger ist, schien schlimm. Es kamen aber auch Fälle hinzu, dass sich die Senioren aus Heimen in Deutschland über schlechte Zuwendung beschwerten. Gerüchten zufolge werden sie dort aufgrund von Zeitmangel sogar medikamentös sediert (ruhig gestellt). Das Personal hat nämlich aufgrund des Qualitätsmanagementssystems Zeitvorgaben für alle seine Tätigkeiten. Für ein Gespräch mit dem Heimbewohner bleibt demnach kaum oder keine Zeit.

Selbst wenn die finanzielle Komponente bezahlbar wäre, entschieden sich die Senioren für den Umzug ins nahe Ausland. Nach und nach verbreitete sich die Nachricht von dem perfekten Preis-Leistungsverhältnis und selbst die Senioren sind zufriedener, da die Pflegefachkräfte mehr Zeit haben. Zudem ist dank den Autobahnen und ausgebauten Bundesstraßen die Reise nach Polen und Tschechien gar nicht so zeitaufwändig.

Es mag überraschen, aber die hoch bezahlten Pflegefachkräfte haben aufgrund von Qualitätsmanagementssystemen (eigentlich für die Steigerung der Qualität gedacht!) keine Zeit für die eigentliche Pflege mehr und die Pflege wurde zur Sachleistung, als welche sie vergütet wird, ohne die psychologische und menschliche Seite irgendwie beizubehalten. Und das Personal hasst es, denn man wählte den Beruf aus anderen Überlegungen, als unter Zeitdruck viele Menschen zu „bearbeiten“, ohne mit denen Zeit verbringen zu können.

Aus diesem Grund haben einige deutsche Pflegerinnen sogar das Land gewechselt, es ist ein Fall bekannt, wo eine deutsche Pflegerin die Arbeit in Deutschland nicht mehr mitmachen konnte und deshalb in einem Heim für Deutsche im EU-Ausland arbeitet. Dort kann sie „mal mit den Senioren Boccia spielen“, ohne „ständig über die Zeit nachzudenken“ (Quelle: Interview in einem Zeitungsartikel)

 

  1. Kalkulation einer Modell-Altenpflegeeinrichtung in Kroatien

Die Aufgabenstellung besteht in diesem Kapitel darin, ein Unternehmen zu gründen, dessen Firma die Erbringung von Pflegeleistungen für Deutschsprachige in Kroatien sein wird. Dies umfasst auch die Miete und Renovierung bzw. den Neubau der Pflegeimmobilie, die Personalsuche und seine Anstellung, die Schulung im Umgang mit der deutschen Sprache, den Testlauf, evtl. die Herbeiholung einer wahren deutschen Pflegefachkraft. Es müssen alle notwendigen Möbeln besorgt werden, die Immobilie samt Ausstattung muss sauber gehalten werden. Neben dem einwandfreien Betrieb der Pflegeeinrichtung müssen natürlich auch die Bewohner irgendwo herkommen. Die einzige Lösung: Werbung in deutschem Mediengebiet. Als Beispiele kann man sich die Konkurrenz anschauen:

//www.curaveris.de/pflege-und-seniorenheime-in-kroatien/residenz-salvia/

//salvia-residence.com/de/kontakt-2/

//seniorpalace.eu/

(Internetauftritte der Portale, die Pflege im EU-Ausland anbieten)

Außer einem Internetauftritt braucht man zahlreiche gedruckten Medien (Flyer, Plakate) und Inserate in verschiedenen Fachzeitungen („Apothekenumschau“ eignet sich perfekt – die Senioren besuchen Apotheken relativ oft und werden das Inserat finden).

Die Aufgabenstellung besteht darin, einen Zulauf von Bewohnern zu gewährleisten, um einigen Dingen entgegenzuwirken:

  • Leerstand von Beginn an
  • Natürliche Abnahme der Bewohnerzahl (dies wird leider geschehen und kann nicht verhindert werden)
  • Abwanderung in andere Heime oder nach Hause (einige werden Gründe finden, den Aufenthalt in dieser Einrichtung zu verschiedensten Zwecken zu beenden)
  • Kündigung unsererseits (Insolvenz – selten, aber möglich)
  • Sonstige, nicht erwähnenswerte Gründe (zu abstrakt und unwahrscheinlich, um überhaupt berücksichtigt zu werden)

Zur Planung der Kosten eignen sich zahlreiche Hilfsmittel:

//europaservice.dsgv.de/laenderinfos/Top-Laender/kroatien.html#artikeltext_anker

//www.ihk-nuernberg.de/de/media/PDF/International/Foerdermittel-in-neuen-EU-M-staaten.pdf

//www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=kroatien–eufoerderung-2014-bis-2020,did=1114578.html

//www.investcroatia.hr/de/

//www.istra-europa.eu/eu_projects_in_istria

//www.efos.unios.hr/repec/osi/journl/PDF/InterdisciplinaryManagementResearchVI/IMR6a42.pdf

//kroatien.ahk.de/publikationen/verguetungsstudie-kroatien-2016/

 

Damit sind die Schritte festgelegt und es kann mit der Planung begonnen werden.

5.1  Vorgehensweise und Annahmen

Zunächst einmal soll eine Firma gegründet werden. Hier ist zu überlegen, ob man eine deutsche Gesellschaft gründet oder eine Inländische, Kroatische. Falls es sich um eine Kroatische handelt, wird der deutsche Fiskus die persönlichen Einnahmen aus dieser Gesellschaft als Privateinnahmen aus dem Ausland betrachten und in jeglichem möglichen Fall versteuern. Falls es sich um eine deutsche Gesellschaft handelt, ist evtl. die Immobiliensteuer sowie die Löhne und Sozialabgaben in Kroatien zu zahlen und die sonstigen Steuerabgaben einer Gesellschaft in Deutschland zu entrichten. Hier ist besonders interessant, dass die Investitionskosten (sh. unten) von der Steuerbasis abgezogen werden können (Amortisation usw.). Die genauen steuerlichen Vorgänge lasse man sich von einem Steuerberater erklären. Zur Vereinfachung entschließe man sich zur Gründung einer deutschen GmbH. Auch nehme man zur Vereinfachung an, dass man bereits um notwendiges Kapital verfügt und das vor einem Notar zugunsten der GmbH auf ein Bankkonto legt, um ein Stammkapital für die Satzung nachzuweisen. Dementsprechend:

Das Stammkapital der Pflege im Osten GmbH betrage 100.000.000 Euro.

Bei einem solchen Stammkapital muss man sich zwangsläufig an die Versteuerung halten, die für große Gesellschaften vorgesehen sind, wobei es nicht Gegenstand der Arbeit ist, zu untersuchen, ob es in Deutschland für Gesellschaften Sondersysteme der Besteuerung gibt. Als nächstes wird eine Projektanstalt in Kroatien gesucht (gefunden) und ein Bauplan für das Heim bestellt. Die Untersuchung einer Forendiskussion hat zur Folge, dass die Planung unseren Heims 15.000 Euro für den Architekten kosten wird. Im Gespräch mit dem Architekten haben wir im Voraus schon erfahren, dass das Heim einen Grundriss von 50 x 50 Metern haben muss. Damit machen wir uns eine Skizze mit dem Lageplan, überlegen uns, wie viel Freiraum auf dem Grundstück vorhanden sein muss, und begeben uns auf die Suche eines passenden Grundstücks. Nachdem im Immobilienportal ein von der Fläche her passendes Grundstück gefunden wurde, begeben wir uns in die dortige Verwaltung, um abzuklären, ob sich dort ein Heim bauen ließe, ob wir die Genehmigungen sicher erhalten würden.

Ein Grundstück mit 70 x 70 m, 4900 m² oder 0,49 ha also.

Der Preis für ein Grundstück mit solchen Abmessungen hat sich mit 2,2 Millionen Euro belaufen, dafür aber liegt es nahe am Meer. Perfekt für ein Seniorenheim und wird zu einem großen Wettbewerbsvorteil.

(//www.realestatecroatia.com/ger/detail.asp?id=239569, Ausdruck wird beigefügt)

Die Verwaltung hat angedeutet, dass sie korrupt ist. Bei einer so großen Gesellschaft, die hier Platz haben möchte, möchte die Verwaltung eine Bestechung von 10.000 Euro. Damit muss man im Osten rechnen und fast schon einplanen, wobei unklar ist, wie eine solche Ausgabe aus dem Kapital der gesellschaft fiskalisch rechtfertigen lässt. Verwaltungskosten, sonstige Kosten, aber wahrscheinlich nicht absetzbar.

Auch sollte man vielleicht überlegen, ein Grundstück dauerhaft zu mieten, anstatt zu kaufen. Wir entschlossen uns aber, diesen als Investitionskosten über einen langen Zeitraum abzuschreiben.

Der eigentliche Bau einer solchen Immobilie kostete uns 25.000.000 Euro. (Nicht belegt, geschätzte Kosten.)

Für den Bau war eine Baugenehmigung notwendig – Abstimmung mit dem Architekten und der Verwaltung, der Bau wurde genehmigt.

Die Möblierung kostete uns 200.000 Euro mitsamt Fernsehgeräte für die Bewohnerzimmer und Aufenthaltsräume.

Weitere 10.000 Euro für Spielausstattung (Pooltisch, Bocciaset, Spielkarten etc.)

Das übrige Kapital verbleibt zunächts als Absicherung für die Gehaltszahlungen.

Das Heim ist auf 200 Personen ausgelegt und soll 30 PflegerInnen beschäftigen, indem es zwei Tagschichten und eine Nachtschicht gibt, in der nur vier PflegerInnen arbeiten sollen. In den Tagschichten sollen dementsprechend je 13 PflegerInnen tätig sein. Des Weiteren gibt es unqualifiziertes, günstiges Personal für tägliche Aufgaben wie die Ausfahrten mit einigen Heimbewohnern (eine Art Taxi) und die Beschaffungsfahrten (Einkauf von persönlichen Wünschen der Heimbewohner) – zwei Fahrer insgesamt. Auch sollen die passenden Fahrzeuge gekauft werden. Es sind ein Kleinbus (sieben Insassen) und ein großer Bus (36 Insassen).

Ein VW T6 Kleinbus kostet € 73.950,00

(//www.vomberg-gmbh.de/fahrzeuge/t6-multivan-neuwagen.php?off=0)

Es kommt infrage, den Preis noch zu senken, durch den Export in ein EU-Land. Dann kann man sich die MwSt. ersparen.

Den großen Bus zu kaufen erschien als unwirtschaftlich, zumal die Anzahl der Ausflüge, die Fahrzeugsteuer und die Treibstoffkosten nicht zur Wirtschaftlichkeit beitragen. Es wird beschlossen, sich einen Dienstleister für seltene Ausflüge zu beschaffen, der dann eigene Busse zur Verfügung stellt. Der Fahrer mit der Kategorie D ist dann auch erspart, dieser verdient nicht wenig Geld und wäre eine erhelbliche Kostenquelle für das Heim. Den Fahrer der Kategorie B besorge man sich in Form des unqualifizierten Angestellten („Universaltalent“), bei der Anstellung wird die Flexibilität gefordert (Kat. B vorhanden).

Als nächstes sei die Verteilung der Werbematerialien geplant, um sich Heimbewohner zu beschaffen. Geplant ist die Versorgung mit leicht beeinträchtigten Personen, denn das Verhältnis „Pflegebedürftiger – Pfleger“ ist ja relativ hoch – 15:1 nämlich. Damit hat ein einzelner Pfleger pro Schicht nur die Zeit, um 15 Personen zu versorgen. Da die Schicht acht Stunden dauert, soll es durchaus ausreichen. Wenn nicht, muss im Verlauf des Heimbetriebs überlegt werden, weiteres Personal einzustellen. 30 Minuten pro Pflegebedürftigen scheinen auf dem ersten Blick ausreichend. Jedoch ist es ein wenig verwirrend, denn 15 Minuten am Früstück und 15 Minuten am Mittag würden schon überfordern, da nicht alle Personen dann gleichzeitig versorgt werden könnten. Zu dieser Fragestellung muss eine Lösung gefunden werden. Wahrscheinlich reicht das Personal in dieser Form nicht aus. Eine Studie der Konkurrenz empfiehlt sich.

Übrigens, das Inserat des Grundstücks enthält in seiner Beschreibung, dass es direkt als Klinik oder Altenheim verwendet werden kann, es gäbe also diesbezüglich keine Beschränkungen.

 

 

5.2  Investitionskosten

Die Investitionskosten belaufen sich bis jetzt wie folgt:

Stammkapital: 100.000.000 Euro

Ausgaben:

  • Grundstück: 2.200.000 Euro
  • Kleinbus: 79.600 Euro
  • Bauarbeiten schlüsselfertig: 25.000.000 Euro
  • Personalkosten: monatlich 500 Euro x 50 (Max. Annäherung) = 25000 Euro monatlich für 50 Angestellte (z.B. Krankenschwester 400 Euro + mögliche Steuern, Lohnausgaben, Prämien etc.)
  • Betriebskosten: Elektrische Energie 1000 kWh täglich (200 Heimbewohner, ca. 5 kWh täglich pro Person, abgeleitet von einem Privathaushalt), entspricht 31000 kWh monatlich. 13,7 Cent pro kWh. (//www.kwh-preis.de/strompreis-dossier-teil-5-strompreise-im-europaeischen-vergleich)

0,137 * 31000 = 4247 Euro

  • Betriebskosten: Heizkosten: 10 qm / Person * 200 Personen = 2000 qm (Annäherung, Personal unberücksichtigt), Heizkosten nicht ergründbar, da nicht klar, wie geheizt wird (Gas, Fernwärme, Heizöl, Steinkohle, Strom?), von daher Hartz-4 Mindestsatz für Heizkosten 1 Euro / qm

1 Euro/qm * 2000 qm = 2000 Euro monatlich.

(//www.datentransfer24.de/Arbeitslosengeld2.html)

Wobei klar ist, dass in Kroatien die Heizkosten evtl. günstiger ausfallen, es ist aber allgemein anerkannt, dass in der Betriebskostenrechnung besser zu viel angesetzt werden soll, als zu wenig, um sich unvorhersehbare Ausgaben zu ersparen.

Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten bisher auf:

2.200.000 + 25.000.000 + 25.000 + 4247 + 2000 = 27.229.447 (ein Monat Heimbetrieb ist von den Betriebskosten her abgesichert)

Monatliche Kosten betragen:

25.000 + 4247 + 2000 (in der Heizsaison) = 31.247

25.000 + 4247 (außerhalb der Heizsaison) = 29.247

Als Heizsaison werden sechs kalte Monate angesehen – Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März – insgesamt ein halbes Jahr.

Damit betragen die jährlichen Betriebskosten: 6*31.247+6*29.247 = 187.482+175.482 = 362.964,00 Euro

(Personalkosten + Stromkosten + evtl. Heizkosten)

Wasserver- und Entsorgungskosten werden ausgelassen, denn eine autonome Wasserversorgung- und Entsorgung wurde im Rahmen der Bauarbeiten angelegt und ist somit Teil der Baukosten, Wasserversorgung erfolgt mit elektrischen Pumpen und ist in den Stromkosten enthalten.

Des Weiteren fallen außerordentliche Kosten, Müllentsorgungskosten, Verpflegungskosten an. Diese sollen pauschal berechnet und den Bewohnern mit in die Rechnung gestellt werden.

Durchaus werden Kosten für medizinische Mittel anfallen (Arzneimittel, Windeln, Rollstühle, Verbandzeug etc.).

Als Beispiel wird eine Abbildung aus einem Schweizer Pflegeheim angeführt.

Abbildung 1

Verteilung der Kosten in einem Pflegeheim[16]

 

Mit Hotellerie sind Kosten für das eigentliche Wohnen im Heim gemeint, mit Pflege Kosten für die Erbringung der spezifischen Pflegeleistungen und mit Betreuung Ausgaben für Betreuung (z.B. Gehalt der BetreuerInnen oder Kosten für Unterhaltungsverantstaltungen [Kegeln etc.]).

Es lässt sich annehmen, dass die Kostenverteilung in allen Heimen ähnlich ist.

Die sämtlichen nicht aufgeführten Kosten werden vorläuftig mit 200.000 Euro jährlich bezeichnet, später präziser berechnet. Auf jeden Fall dürfte der Betrag von 200.000 Euro für die o.g. Ausgaben reichen. Wobei er theoretisch auch höher ausfallen kann, denn 200.000 bedeutete, dass ein einzelner Heimbewohner für nur 1.000 Euro jährlich ernährt und pflegerisch versorgt werden soll? Dies erscheint als zu gering (200 Heimbewohner).

Demnach betrage der jährliche Kostensatz des Heims vorläufig 562.964,00 Euro

„Vergleicht man die verschiedenen Pflegeheime in Polen, variieren dabei die Kosten je nach Anbieter und Ausstattung durchschnittlich zwischen 1000 – 1500 € im Monat.“[17]

Demnach müssen alle Kosten so optimiert werden, dass bei einem vergleichbaren Preis für den Aufenthalt der Bewohner die Kosten gedeckt werden, die Steuern entrichtet werden können, und ein Gewinn für die Gesellschafter übrig bleibt. Zur Berechnung der möglichen Einnahmen sh. nächstes Kapitel.

5.3  Kalkulation Pflegesatz

Die Gesamtkosten eines Aufenthaltstags (ohne Arzt, Arznei, Therapie und Pflegematerial) belaufen sich durchschnittlich auf CHF 311.32 (Vorjahr: CHF 289.94).[18]

In dieser Quelle sind die Daten für ein schweizer Pflegeheim angegeben. Ein Euro entspricht 0,88 CHF. D.h., ein Aufenthaltstag kostet in der Schweiz 274 Euro. In Kroatien sind die Kosten viel geringer, daher muss die Kostenrechnung komplett neu angelegt werden.

 

Pflegeheim in Kroatien

  1. Ausgangsdaten: durschnittliche Bewohnerzahl: 100 (Hälfte der Kapazität)
  2. Angesetzte Kosten für den Aufenthalt: 1250 Euro (Durchschnitt zwischen 1000 und 1500 Euro für den Aufenthalt in einem polnischen Heim)

„So fallen beispielsweise bei einer Pflegestufe 3 nur 900,- EUR monatlicher Zuzahlung bei Vollverpflegung sowie allen medizinischen und pflegerischen Leistungen inklusive Betreuung durch einen deutschsprachigen Arzt an.“[19]

Bei Pflegestufe III werden ab dem 1.1.2015

728 € Pflegegeld bzw. 1612 € (in Härtefällen 1.995 €) als Sachleistung ausgezahlt.

Wenn

Nichtsdestotrotz entstand der Markt der Versorgung im Ausland und der Betrieb eines Pflegeheims kann gewinnbringend erfolgen. Bei einer angemessenen Planung entstehen für die Gesellschafter der Einrichtung gute Aussichten auf monatliche Einnahmen über dem durchschnittlichen Monatslohn.

 

Natürlich könnte die Berechnung präziser sein. Für Ungenauigkeiten wurden große Reserven angenommen, damit unvorhergesehene Ausgaben gedeckt sind.

Wie überall auch schafft das Angebot die Nachfrage und die Nachfrage schafft das Angebot. Die Nachfrage entsteht durch die aussichtslose Situation im deutschen Pflegemarkt. Damit schafft sich eine gute Grundlage für die Errichtung eines großen Pflegeheims am Meeresstrand in Kroatien.

 

 

[1] Vgl. Hacke,Sylvia, Gründen, Betreiben, Verändern: der juristische Leitfaden zu Verträgen und Finanzierung, Reihe Management tools (Hannover: Vincentz, 2010).

[2] vgl. Pflegeheim Rating Report 2015, Seite 109, Artikel 3.5

[3] Bundesgesundheitsministerium, Artikel über Fachkräftemangel in der Pflegebranche. abgerufen am 17.08.2017, Website: //www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/pflegestaerkungsgesetze/pflegekraefte/pflegefachkraeftemangel.html).

[4] Artikel über Betriebswirtschaftliche Analyse der KMU Forschung Austria, abgerufen am 17.08.2017. (//www.kmuforschung.ac.at/index.php/de/kontakt/38-allg/162-betriebswirtschaftliche-analyse).

[5] Medizinisch-Diagnostisches-Komitee, Artikel über den Pflegesatz, abgerufen am 17.08.2017, (www.mdk.de/882.htm).

[6] Vgl. Portal Smartsteuer.de, Steuerrecht zu Pflegekosten, Erläuterung, abgerufen am 17.08.2017, (//www.smartsteuer.de/online/lexikon/p/pflegekosten-lexikon-des-steuerrechts/).

[7] Artikel über Investitionskosten, abgerufen am 17.08.2017, (//www.biva.de/beratungsdienst/investitionskosten/).

[8] Vgl. Renomierte Anwaltskanzlei über den Betrug bei ambulanten Pflegedienstleistungen, abgerufen am 17.08.2017,

(//fachanwaelte-strafrecht-potsdamer-platz.de/de/news/arztstrafrecht-medizinstrafrecht/113-zahlreiche-ermittlungsverfahren-wegen-verdachtsfaellen-von-abrechnungsbetrug-bei-ambulanten-pflegediensten).

[9] Vgl. Europäisches Rechtsportal eur-lex. „Der Zugang zum EU-Recht“ – Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 DES RATES vom 14. Juni 1971, abgerufen am 17.08.2017, //eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:1971R1408:20070102:de:PDF.

 

[10] vgl. Portal krankenkassen.de, Leistungen beim Aufenthalt im Ausland, abgerufen am 17.08.2017, (//www.krankenkassen.de/ausland/Leistungen-bei-Aufenthalt-im-Ausland/pflegeversicherung-ausland/).

 

[11] Vgl. AOK-Bundesverband, Ausdruck des Urteils des EuGH, abgerufen am 17.08.2017,  (//aok-bv.de/imperia/md/aokbv/politik/europa/eugh_urteil_c_562_10_komvsd_pflegesachleistungsexport_2012_07_12.pdf)

[12] Artikel des Bundesgesundheitsministeriums zum Krankenversicherungsschutz im Ausland, abgerufen am 17.08.2017, (//www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/online-ratgeber-krankenversicherung/krankenversicherung/versicherungsschutz-im-ausland.html).

[13] vgl. //pflegeheim-in-polen.net/#wieso-ist-ein-pflegeheim-in-polen-so-guenstig, Artikel über Pflegeheime in Polen, abgerufen am 17.08.2017.

[14] Portal „Pflegeheim in Polen“, abgerufen am 17.08.2017 (//pflegeheim-in-polen.net/#was-kostet-ein-pflegeheim-in-polen).

[15] Pflegeheime in Polen. //pflegeheim-in-polen.net, abgerufen am 17.08.2017.

[16] Abbildung aus: //www.curaviva-zh.ch/files/IA5L78N/kostenrechnung_2011_pflegeheime_zh_zusf_20120703.pdf

Abgerufen am 17.08.2017

[17] Pflegeheime in Polen, sh. Fußnote 15.

[18] //www.curaviva-zh.ch/files/IA5L78N/kostenrechnung_2011_pflegeheime_zh_zusf_20120703.pdf

Abgerufen am 17.08.2017, „Kostenrechnung Pflegeheime“.

[19] //www.zeit.de/angebote/senioren-ratgeber/leben-im-alter/kroatien-curaveris

Abgerufen am 17.08.2017.

Die Arbeiten, die Sie hier finden, sind ausschließlich Beispiel- und keine finalen Arbeiten für die Abgabe bei Bildungsinstitutionen. Außerdem beachten Sie bitte, dass sich alle auf der Internetseite befindenden Inhalte das geistige Eigentum von GWC Ghost-writerservice sind. Jedwede Verwendung davon ist nur nach der Erlaubnis von der Agentur möglich.
Unverbindlich anfragen